Heftige Kritik an Schwarzenegger-Rede: "Verächtlichmachung Österreichs"
- 'Arnies' Auftritt am Bush-Parteitag löst Entrüstung aus
- Darabos: "Höchst seltsame Österreich-Diffamierung"
Österreich bangt um seinen Ruf. Nachdem Arnold Schwarzenegger am Parteitag der Republikaner seine Vergangenheit in Österreich in den düstersten Farben geschildert hat, folgt der Aufschrei aus seiner ehemaligen Heimat. "Es ist schon merkwürdig, dass sich Arnold Schwarzenegger als Stimmungsmacher für George W. Bush zu höchst seltsamer Österreich-Diffamierung hinreißen lässt", zeigt sich SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos empört. "Diese Verächtlichmachung seiner früheren Heimat ist eigentlich letztklassig, der 'Terminator' konstruiert hier ein ziemlich abwegiges Österrreich-Bild".
Schwarzenegger habe in New York gemeint, er habe 1968 ein "sozialistisches Land verlassen". Der "Terminator" konstruiere hier ein "ziemlich abwegiges Österreich-Bild", so Darabos. Das Land sei damals "von einer ÖVP-Alleinregierung beherrscht" worden, stellte er dazu fest. Auch die Steiermark sei "tief schwarz eingefärbt" gewesen. Die Panzer der Roten Armee müssten ebenfalls der "Traumwelt" des Gouverneurs entsprungen sein, so der SPÖ-Politiker weiter. Nach der Befreiung von der Nazi-Diktatur hätten nicht nur die Sowjetunion, sondern auch die USA, "England" und Frankreich Österreich besetzt.
"Schwarzenegger gefällt es, sich bei seinen Österreich- Aufenthalten mit großem Pomp hofieren zu lassen. Dann sollte er in den USA zumindest fair und anständig über seine einstige Heimat urteilen", monierte der Bundesgeschäftsführer.
Auch Historiker kritisiert Schwarzenegger
"Faktum ist, er kann als Kind in der Steiermark keinen sowjetischen Panzer gesehen haben", betonte der Grazer Zeithistoriker Stefan Karner. Der Grazer Rechtshistoriker und Vizerektor der Karl-Franzens-Universität, Martin Polaschek, sieht Schwarzeneggers Erinnerungen auch als parteitaktisches Kalkül. Er sei in einer Zeit in die USA ausgewandert, die vom Kalten Krieg zwischen West und Ost geprägt war, die USA gegen die Sowjetunion. Daran versuchte Arnie wohl in seiner Rede anzuknüpfen. "Indem er das alte kommunistische Feindbild für den Bush-Wahlkampf nützt", kommentiert Polaschek.
(apa/red)
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