Ars Electronica entführt in die Zukunft: Das Linzer Kunst-Festival startet heute
- Zum 25. Geburtstag diesmal eine Woche lang
- Gerfried Stocker als künstlerischer Leiter bestätigt
Mit dem bisher größten und längsten Festival feiert die Ars Electronica von 2. bis 7. September ihren 25. Geburtstag. Das Linzer Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft entführt dabei in die Zukunft: Unter dem Motto "Timeshift" ist die Welt in 25 Jahren Thema des wissenschaftlichen und künstlerischen Programms.
Gefeiert wird mit Veranstaltungen in ganz Linz, vom großen Geburtstagsfest "Vita Pulsante" (3. 9.) bis zur Uraufführung des zentralen Projekts "Apparition" (4. 9.), für das der Komponist und Medienkünstler Klaus Obermaier mit dem Ars Electronica-Futurelab zusammengearbeitet hat. Ebenfalls Teil der Feierlichkeiten ist die heuer von Peter Wolf gestaltete visualisierte Klangwolke "Sense-ation" (4. 9.).
Die Veranstalter wollen mit zahlreichen Neuerungen im Festivalformat, zusätzlichen Veranstaltungen und Special Events noch spannendere Zugänge zu den Festivalthemen bieten. Erstmals verschmelzen bei dem heuer sieben statt sonst fünf Tage dauernden Festival die Eröffnungsveranstaltung und die Prix Ars Electronica Gala zu einem großen Event am 3. 9. im Brucknerhaus. Danach wird das "Vita Pulsante" bis in den Morgen im Bereich um das Ars Electronica Center (AEC) u. a. mit interaktivem Golfen, Musik und der "Langen Nacht der Radiokunst" gefeiert.
Die sieben Ausstellungen des heurigen Festivals spannen den Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft des kreativen Schaffens, etwa mit einer Präsentation des Schaffens von Studenten von IAMAS, einer renommierten japanischen Ausbildungsstätte, oder der jährlichen Schau der Prix Ars Electronica-Preisträger "CyberArts" im O.K. Centrum für Gegenwartskunst. Im "Timeshift"-Symposium besonders deutlich ist die Generationen-Thematik, die sich durchs gesamte Festival zieht. Beiträge von Pionieren der vergangenen 25 Jahre, wie Peter Weibel, Esther Dyson, Sherry Turkle, Marvin Minsky oder Stewart Brand, werden von unter-25-jährigen Künstlern und Forschern kritisch kommentiert.
Am Montag (6. 9.) zieht das Brucknerorchester unter Dennis Russell Davies musikalische Bögen von modernen Komponisten wie Ligeti und Eötvös zu heutigen Remixern. Und beim Big Showdown am 7. 9. kommen Spielefreaks auf ihre Kosten: Im Brucknerhaus zeigen Künstler auf großer Leinwand ihre Projekte, die kommerzielle Spiele-Engines als technische Basis haben. Und dann können Teams aus Gamern, VJs und DJs in einem "medientheoretischen Battle zu Volksmusik vs. Breakbeats" antreten.
Auf dem Hauptplatz heißt es "Linz schreibt Zukunft", wenn Besucher und Einheimische Zukunftsszenarien für die Stadt entwerfen sollen. Und dass Medienkunst nicht staubtrocken ist, zeigen viele der Projekte: Mit Wasser gefüllte "Think Tanks", in die Festivalbesucher eintauchen können, um sich isoliert über die Zukunft Gedanken zu machen, Postkarten mit Ansichten aus der Zukunft oder professionelle rumänische Wahrsagerinnen sind ebenso Teil der Veranstaltung wie eine Website (http://www.aec.at/predictions), auf der man seine Zukunftsvorhersagen hinterlassen kann.
Gerfried Stocker, seit 1996 gemeinsam mit Christine Schöpf künstlerischer Leiter der Linzer "Ars Electronica", führt auch in den kommenden fünf Jahren die Geschäfte des Linzer Festivals für Kunst, Technologie und Gesellschaft. Das gab das Magistrat der Stadt Linz am Dienstag bekannt. Für die Position hatte es insgesamt 24 Bewerber gegeben.(apa)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
