"Licht ins Grasser-Dunkel bringen": Schwere SP-Vorwürfe gegen Finanzminister
- Hat Schüssel den Telekom-Deal platzen lassen?
- Cap erzürnt: Insiderhandel ist kein Kavaliersdelikt
Am Tag vor der Nationalratssondersitzung hat SPÖ- Klubobmann Josef Cap behauptet, dass Finanzminister Karl-Heinz Grasser von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel beauftragt wurde, den Telekom-Deal platzen zu lassen. Cap fragte sich, warum niemand auf die Idee gekommen sei, den Aktienhandel auszusetzen. Die Verantwortlichen hätten damit Verluste für Kleinanleger und Insiderhandel verhindern können.
Anlass für die Verdächtigungen des SPÖ-Klubchefs ist, dass an den beiden Tagen vor dem öffentlichen Bekanntwerden des Fusions- Scheiterns so viele Telekom-Put-Optionen gehandelt wurden wie noch nie. Mit diesen setzten Investoren auf fallende Kurse, als eigentlich alle noch von der Fusion mit der Swisscom und Kursgewinnen ausgingen: "Das müssen übersinnliche Kräfte am Werk gewesen sein", spottete Cap.
In der heutigen Sondersitzung sind nun Dringliche Anfragen an den Bundeskanzler und an den Finanzminister geplant. Grasser muss sich einem Misstrauensantrag und einer Ministeranklage stellen. Die SPÖ verlangt einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, da er mehr Möglichkeiten habe als die Finanzmarktaufsicht, die bereits prüft. Cap forderte die Regierungsparteien auf, diesem Antrag der SPÖ zuzustimmen, um "die Verdachtsoptik auszuräumen".
Die politische Verantwortung liege beim Finanzminister, meinte Cap. Die SPÖ will dabei wissen, wie viel Zeit zwischen dem angeblichen Auftrag des Bundeskanzlers verstrichen ist und warum der Aktienhandel nicht ausgesetzt wurde, um einen Insiderhandel und damit einen Riesenverlust für Kleinanleger zu verhindern. Spekulanten hätten dagegen Gewinne von bis zu acht Millionen Euro eingefahren: "Das ist ein Megaskandal". (apa)
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