Tirol als Vorreiter: "Intelligente" Autobahnen sollen bald Sicherheit erhöhen
- Automatische Tempobeschränkung bei zuviel Abgasen
- Wechselnde Verkehrsvorschriften auf Anzeige-Tafeln

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Sollen Sicherheit erhöhen und Verkehrsfluss fördern
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ASFINAG erwartet Absatz-Steigerung auf 19 Millionen
Die Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag investiert 28 Mio. Euro, um die Inntal- und die Brennerautobahn "intelligenter" zu machen: Auf Überkopftafeln sollen künftig wechselnde Verkehrshinweise und kurzfristig angeordnete Tempolimits angezeigt werden, deren Befolgung den Verkehrsfluss aufrechterhalten und die Sicherheit erhöhen sollen.
Durch neuen so genannten Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA) sollen die Unfallzahlen um bis zu 35 Prozent gesenkt werden, sagte Asfinag-Vorstandschef Walter Hecke am Rande des am Donnerstag gestarteten Technologieforums im Tiroler Konferenzort Alpbach.
Tirol Vorreiter der "intelligenten Autobahn"
Heute sind auf den beiden Tiroler Autobahnen erst etwas mehr als die Hälfte der insgesamt 83 dort geplanten Informationsbrücken aufgestellt, Anfang 2005 soll der Echtbetrieb beginnen. Tirol ist Vorreiter eines Systems, das in den nächsten vier Jahren im ganzen höherrangigen Straßennetz flächendeckend ausgebaut werden soll. Ab 2006 soll es die Infoportale mit den wechselnden Botschaften auf Wiener Stadtautobahnen geben. Die zentrale Steuerung des Systems erfolgt aus Wien-Inzersdorf, wo eine Verkehrsmanagement- und Informationszentrale errichtet wurde.
High-Tech-System
Die Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA) bestehen aus mehreren Komponenten: Sensoren erfassen Messdaten wie etwa die Anzahl der Autos oder ihre Geschwindigkeit und senden sie gemeinsam mit Videodaten an die Zentrale in Wien Inzersdorf. Dort werden die Informationen verarbeitet und als Steuerbefehle an die elektronischen Tafeln an Ort und Stelle zurück gesendet. Vorgesehen sind etwa vorübergehende Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Überholverbote, Einfahrhilfen bei Auffahrten oder Warnungen vor Nebel.
Automatische Tempobeschränkung bei zuviel Abgasen
Besonders um die Transitrouten in Tirol sind die VBA auch Hoffnungsträger in Sachen Verkehrsabgase: Sollten die Immissionen der durchfahrenden Autos den gesetzlich erlaubten Höchstwert überschreiten, kann über die Anlagen "flexibel" das Tempo beschränkt und die so Abgase reduziert werden.
Anzeigen sind verbindlich
Die wechselnden Verkehrsvorschrifts-Tafeln auf den Autobahnen, an die sich die österreichischen Autofahrer in den nächsten Jahren gewöhnen müssen, sind beileibe keine Empfehlungen, sondern verbindliche Vorschriften, sagte Asfinag-Chef Hecke. An gefährlichen Stellen könnten Tempolimits durchaus mit Radar kontrolliert werden, er setze aber weniger auf Sanktionen als auf eine vernünftige Reaktion der Autofahrer, denn: "Wenn die Tafel anzeigt: die Geschwindigkeit auf 80 km/h zu reduzieren, wird der, der 130 fährt, letztlich stehen bleiben müssen und der, der 80 km/h fährt, durchfahren können."
Güterverkehr auf den Straßen wächst um 30 Prozent
Dass eine solche Kapazitätserhöhung ausreicht, um den immer stärker werdenden Verkehr zu bewältigen, darf freilich bezweifelt werden: Experten schätzen, dass in den nächsten Jahren allein der Güterverkehr auf den europäischen Straßen um 30 Prozent anwachsen wird. (apa)
