Abenteuer-Trendziel: Gefährliche Tornado-Safaris im Mittleren Westen der USA
- Die Jagd nach den wilden 'Twistern' lockt Action-Freaks
- Bereits 12 Unternehmen organisieren Sturm-Touren
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Seit "Twister" boomt der Tornado-Tourismus
Auf der Suche nach dem ultimativen Urlaubs-Kick? Und von der Sonne auch schon genug? Wie wär's dann mit einer Action-Reise zu den spektakulärsten Naturphänomenen der Welt, den Tornados! Jahr für Jahr schlagen die Wirbelstürme eine Schneise der Zerstörung durch den Mittleren Westen der USA und bringen Menschen um Haus und Hof. Trotz des Schreckens, den diese Stürme verbreiten, finden sie immer mehr Menschen so faszinierend, dass sie im Urlaub auf Tornadojagd gehen.
Mittlerweile ist aus der organisierten Tornadojagd ein richtiger Geschäftszweig geworden. Boten Anfang der neunziger Jahre lediglich zwei Unternehmen in den USA Tornado-Touren an, stieg die Zahl nach dem Film "Twister" deutlich an. Mittlerweile organisieren in den USA mindestens zwölf Unternehmen Touren, bei denen Touristen einen Blick auf das faszinierende Wetter-Phänomen erhaschen sollen, erzählt Fred Carr vom Fachbereich Meteorologie an der Universität Oklahoma. Und es werden ständig mehr.
Teure Wirbelsturm-Reise
Eine Wirbelsturm-Safari ist allerdings nicht ganz billig - und auch nicht unbedingt bequem: Eine Woche Tornado-Suche - eingeklemmt in einem engen Van - schlägt mit mindestens 1.500 Dollar (umgerechnet 1.200 Euro) zu Buche. Doch wirkliche Tornado-Fans scheuen weder Anstrengungen noch Kosten, schließlich soll der Blick auf einen Tornado alle Mühen vergessen machen. "Das Beste ist die ganze Erfahrung, der Spaß und die Aufregung, wenn man einen wirklich großen Tornado vor die Linse bekommt", erklärt der 27-jährige David Waters, der selbst schon mehrfach auf Tornado-Jagd war, die Faszination der Touren. "Mir macht es nichts aus, jeden Tag hunderte von Kilometern zu fahren, um einen Sturm zu sehen."
Spaß-Job: Tornado-Guide
Und auch die Führer der Touren sind in der Regel mit Herz und Seele dabei. "Für die meisten ist die Tornado-Jagd ein Nebenjob", erzählt Martin Lisius, der im texanischen Arlington Tornado-Safaris organisiert. Ihren Lebensunterhalt bestritten die meisten Tourführer mit deutlich einträglicheren Berufen. Die Tornado-Jagd sei für sie der "Spaß-Job".
Keine Tornado-Garantie
Die Garantie, einen Tornado auch wirklich zu Gesicht zu bekommen, gibt es allerdings nicht. Schließlich müssen die Reisenden schon Monate vorher eine Vorauszahlung auf die Safari leisten - und darauf hoffen, dass in der Reisewoche dann auch wirklich große Stürme auftreten.
Sichere Gruppentouren
Während Kritiker den Tornado-Jägern mit Unverständnis begegnen, hält der Fotojournalist und Sturmjäger Warren Faidley die organisierten Touren für durchaus sinnvoll. "Ich ziehe ganz klar 12 unerfahrene Leute in einem Van, die von einem Experten begleitet werden, 12 Leuten in Einzel-Pkws vor", sagt Faidley, der vom Verkauf von Tornado-Fotos und Filmmaterial lebt. "Unter diesem Gesichtspunkt sind Gruppentouren eine gute Sache." Auf seiner Suche nach den Wirbelstürmen sei er häufig auf organisierte Touren gestoßen - "und sie sind sehr, sehr sicher", ist Faidley überzeugt.
Also, auf zum Twister...
(apa/red)
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