Dienstag, 24. August 2004

Botanik auf Papua Neuguinea in Gefahr: Diebstahl von Flora und Fauna nimmt zu

  • Schmuggel von Lebewesen erlebt regelrechten Boom
  • Seltene Bäume und Orchideen sind massiv bedroht

Das südpazifische Inselreich ist dabei, eine seiner größten Attraktionen zu verlieren. Der Dschungel auf Papua Neuguinea ist massiv von Diebstahl und Schmuggel bedroht. Bis dato steht die Regierung diesem Problem wehrlos gegenüber. Verschärfte Maßnahmen wären jedoch dringend notwendig, um die exotische Vegetation des Inselstaates zu retten.

Die Regierung des Inselstaates Papua Neuguinea ist nach eigenen Angaben unfähig, den Diebstahl und Schmuggel von Flora und Fauna aus dem Dschungel zu verhindern, berichtet das Südpazifik-Netzwerk PINA. Demnach fehle es an Ausrüstungsgegenständen, um den ungehinderten Schmuggel effektiv zu stoppen. Forscher vermuten in dem artenreichen Regenwald zahlreiche Pflanzen und Tiere, die für die Forschung von großer Bedeutung sind.

Schutz von Flora und Fauna
Das Department of Environment and Conservation DEC ist für den Schutz der Flora und Fauna im knapp 465.000 Quadratkilometer großen Land zuständig, kann aber den Forderungen nach besserer Kontrolle wegen der Geldnot nicht nachkommen. "Viele sehr seltene Bäume und Orchideen sind in den vergangenen Jahren aus Papua Neuguineas Regenwäldern ohne Einwilligung der Regierung entwendet worden", so Wesley Irima, Assistant Secretary vom DEC.

Raub im Namen der Forschung
"Die meisten lokalen Pflanzen und Tiere werden im Namen der Wissenschaft mit genommen", so Barnabas Wilmot, Assistant Secretary for Wildlife Enforcement. Das entspreche ja den legalen Vorgaben. "Allerdings ist eine kommerzielle Nutzung illegal", erklärt Wilmot. Insgesamt gebe es in Papua Neuguinea fünf einzelne Gesetzeswerke, die die Ausfuhr von Lebewesen regeln. Die Regierung von Papua Neuguinea besteht auf das Eigentum von genetischem Material aus Tieren und Pflanzen, die innerhalb ihrer Landesgrenzen leben.(pte)

24.8.2004 10:12