Montag, 23. August 2004

Südsee-Paradies droht zu versinken: Neu-seelands letzte Kolonie vor dem Untergang

  • Die 1500 Bewohner kämpfen beharrlich gegen die Flut
  • PLUS: Was Tokelau auch ganz ohne Luxus zu bieten hat

Das Meer sorgt nicht nur für traumhafte Südsee-Kulissen, sondern bedroht diese auch manchmal. Das zeigt das Schicksal der Insel Tokelau. Diese letzte Kolonie Neuseelands liegt einsam im Pazifik und ist schwerer erreichbar als die Antarktis. Wer dennoch diesem Südsee-Paradies einen Besuch abstatten möchte, sollte sich beeilen. Die Insel droht nämlich schon bald zu versinken.

Die 1500 Bewohner des Südseereichs sind sich bewusst, dass ihre Inseln irgendwann im Meer versinken werden. Nicht nur die Warnungen des Ältestenrates vor einer enormen Flutwelle, sondern auch wissenschaftliche Aufzeichnungen besiegeln dieses Schicksal.

Der Kampf gegen die Flut
Zwei bis drei Millimeter im Jahr steigt der Ozean, so lauten die Angaben von internationalen Organisationen wie dem World Wide Fund for Nature. Befestigungsmauern säumen daher das Atoll. Schon seit Jahren schichten Männer regelmäßig aus Steinen und dickem Draht die Mauern auf. Sie versuchen damit ihr Zuhause vor dem beharrlich ansteigendem Meeresspiegel zu schützen.

Seefeste Touristen
Doch auch ohne Flut erweist sich der Weg nach Tokelau als äußerst mühsam. Auf das winzige, aus drei Atollen bestehende Land zwischen Samoa und dem Äquator verirren sich im Jahr daher höchstens eine Hand voll Segler oder seefeste Pazifikreisende. Wer dennoch seinen Urlaub dort verbringen möchte, sollte das spatanische Leben mögen.

Südsee-Feeling pur aber ohne Luxus
Zivilisation ist auf Tokelau rar. Die letzte Kolonie Neuseelands war auch das letzte Land der Welt, das in den neunziger Jahren Telefone bekam. Auch kulinarisch ist Tokelau eine Herausforderung, denn außer Fisch in Massen, Brotfrucht und Kokosnüssen, gelegentlich ein paar Papayas und Bananen gibt die Natur nichts her. Was die Natur sonst jedoch zu bieten hat ist nicht zu verachten: einsame Strände, kristallklares Wasser und eine exotische Vegetation.(red)

23.8.2004 13:32