Montag, 23. August 2004

Karibik-Insel Dominica bietet seinen Gästen Natur statt Massentourismus

  • Ministerium möchte mehr für den Umweltschutz tun
  • Attraktionen: Wale beobachten, tauchen, Natur genießen

Die karibische Insel Dominica in den kleinen Antillen, zwischen Martinique und Guadeloupe gelegen, zählt zu den Top-Wanderzielen der Karibik. Nachhaltigkeit und Öko-Tourismus ist ein erklärtes Ziel des Tourismus-Ministeriums. Viele Touristen kommen aber immer noch nicht auf die Urwaldinsel. So zählt die knapp 730 Quadratkilometer große Insel immer noch zu den Geheimtipps in der gesamten Region.

"Öko-Tourismus ist ein erklärtes Regierungsziel, für Hotel- und Restaurantbesitzer ist es aber auch eine Notwendigkeit" , erklärt Mark Steele, Eigentümer des Hotel Beau Rive. Das zeige sich etwa an den Einkaufspreisen für Fleisch. "Rind- und Schweinefleisch werden meist von den USA importiert. Das bedeutet, dass die Kosten dafür hoch sind", erklärt Steele. Im Beau Rive gibt es daher keine Mahlzeiten mit rotem Fleisch. Dafür serviert Steele täglich entweder Fisch oder Hühnerfleisch, das direkt vom lokalen Markt kommt. "Auch bei Milch ist das Problem immanent: In den französischen Übersee-Departments Martinique und Guadeloupe gibt es französische Milch und alle anderen Waren, die aus dem Mutterland eingeflogen werden", so Steele. Die Preise sind extrem hoch. Alternativen sind daher hochwertige Trockenprodukte oder lokale Erzeugnisse. Steele kauft hochwertiges Milchpulver und produziert sein hauseigenes Joghurt.

Natur statt Massentourismus
Der Wettbewerb am Markt innerhalb der Karibik hat sich verschärft. Dominica bekommt, zieht man einmal die Zahlen der Tagesbesucher auf den Kreuzfahrtschiffen ab, auch geringe Besucherzahlen. "Hierher kommt, wer sich für Natur interessiert, Wale beobachtet, taucht und wer dem Massentourismus entfliehen will", so Steele. So zählen etwa der Boiling Lake, der größte kochende See der nördlichen Hemisphäre, zahlreiche Wasserfälle und die permanente Kolonie von Pottwalen zu den Top-Highlights der Insel. Bettenburgen und All-Inclusive Resorts fehlen. Die Strände sind, verglichen mit Barbados und Antigua, nicht reizvoll, obgleich kaum Touristen anzutreffen sind. Zudem kommt, dass Dominica über keinen jettauglichen Flughafen verfügt. Die Anreise erfolgt über Antigua oder Barbados. Das Netzwerk der Caribbean Star Airlines macht die Anreise von den anderen Inseln einfach.

Einheimische gegen mehr Infrastruktur
Das Tourismusministerium denkt schon über den Ausbau der Infrastruktur nach. Im Grunde genommen hoffen aber auch die meisten Einheimischen, dass dies nicht passiert. "Dominica zählt zu den Karibikinseln, auf denen man das Wasser aus der Leitung trinken kann, weil frische Bäche von den bis zu 1.500 Meter hohen Bergen diese speisen", meint der Brite Steele, der zuvor viele Teile der Welt besucht hat, ehe er 2003 das Beau Rive Hotel eröffnet hat. (red)

23.8.2004 12:44