Freitag, 27. August 2004

Ärzte warnen: Schwangere nehmen viel zu oft die falschen Mineralstoffe ein

  • Einnahme von Eisen und Magnesium ist völlig unnötig
  • Wichtig: Ausreichende Versorgung mit Jod & Folsäure

Vor und während der Schwangerschaft nehmen viele Frauen zu wenig oder aber die falschen Vitamine und Mineralstoffe ein. Völlig unnötig sei etwa die Einnahme von Magnesium und Eisen, betont der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klaus Vetter, in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift". Magnesium helfe zwar gegen Verstopfung und Wadenkrämpfe, könne aber keine Fehlbildungen der Kinder verhindern. Auch die Bedeutung von Eisen werde überschätzt.

Nach wie vor mangelhaft ist nach Angaben der Ärzte dagegen die Versorgung mit Folsäure und Jod. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Folsäure und Gesundheit, Klaus Pietrzik, schätzt, dass derzeit nur etwa zehn Prozent aller Frauen vor einer geplanten Schwangerschaft ausreichend Salat, Obst, frisches Gemüse und Getreideprodukte essen, um den Folsäurebedarf zu decken.

Vitamine in Tablettenform
Die anderen müssten spätestens vier Wochen vor dem gewünschten Beginn der Schwangerschaft das Vitamin in Tablettenform einnehmen, um Fehlbildungen des Kindes im Bereich der Wirbelsäule wie etwa den offenen Rücken Spina bifida zu verhindern. Bei ungewollten Schwangerschaften kommen nach Angaben des Bonner Professors die Vitamintabletten immer zu spät. Der Arbeitskreis fordert deshalb, Backmehl und Salz in Deutschland mit Folsäure anzureichern.
(apa/red)


27.8.2004 10:02