Donnerstag, 26. August 2004

NEWS: Der große Diät-Test. Die Top-Schlankmacherkuren im Gesundheitscheck

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Wie jedes Jahr zur bikinitauglichen Saison haben die Wunderdiäten Konjunktur. Die Schlankheitsgurus liegen sich in den Haaren, und Abspeckwillige sind notgedrungen ein wenig verwirrt - sollen sie jetzt Fett oder Kohlehydrate meiden, um so schnell wie möglich zur Traumfigur zu kommen? Zählt man zurzeit die Kalorien oder die Anzahl der Mahlzeiten? Ernährungsexperte Fritz Hoppichler hat für NEWS die Trenddiäten bewertet...

Verwirrung an der Abspeck-Front.
Trotz Verwirrspiels um die richtige Methode wächst das Bedürfnis der hiesigen Bevölkerung, überflüssige Kilos nicht nur rasch, sondern auch nachhaltig zu verlieren. Kein Wunder, sind doch laut Österreichischem Ernährungsbericht 2003 rund 37 Prozent der ÖsterreicherInnen übergewichtig und 9,1 Prozent sogar adipös. Die Nachfrage nach den neuesten Waffen gegen überzählige Kilos besteht aber auch bei jenen, die mit ihrem laut BMI (Body Mass Index) gemessenen Normalgewicht nicht zufrieden sind und es ihren gertenschlanken Vorbildern aus der Modewelt oder Hollywood gleichtun wollen. Und gerade die Hauptstadt des Films scheint die perfekte Umgebung für das Hypen neuer schlankmachender Ernährungskonzepte zu sein. Doch auch dort, wo einst die Hollywood-Diät durch konsequente Einnahme von ausschließlich tropischen Früchten Löcher in die Magenwand so manchen Filmstars gebrannt hat, sind in der Zwischenzeit etwas ausgewogenere Konzepte en vogue. Liebste Ernährung der Reichen und Schönen sind zurzeit die Low-Carb-Programme wie Atkins oder die South-Beach-Diät, gefolgt von Low Fat oder von auf dem glykämischen Index beruhenden Diäten.

Schlank mit Fett
Vorreiter der fett- und eiweißintensiven Diäten war der im letzten Jahr verstorbene Kardiologe Robert C. Atkins, der 1972 mit dem ungewöhnlichen Rezept, Fett mit Fett zu bekämpfen, die Sünde zum Gesetz werden ließ: Kotelett statt Kohlehydrate! Fritz Hoppichlers Expertenmeinung: "Auch wenn die Atkins-Diät in den letzten Jahren wieder mehr Anerkennung bekommen hat, weil man erkannt hat, dass sich Übergewicht durch eine vermehrte Eiweißaufnahme senken lässt, empfehle ich allen Diätwilligen, vorsichtig zu sein. Denn der hohe Fleisch- und Fettkonsum kann die Bluttfettwerte drastisch erhöhen."

Glücklich mit Glyx
Hier ist Mischkost erlaubt, solange die Kohlehydrate einen tiefen glykämischen Index aufweisen. "Das Ampelsystem der Glyx-Diät ist für den Laien leicht nachvollziehbar und empfehlenswert", so Hoppichler. "Die Glyx-Diät ist auch gut nachvollziehbar im Alltag, denn Obst und Gemüse kann man jederzeit auch im Büro essen." Auf dem Speiseplan stehen Obst, Gemüse, Fisch und Hülsenfrüchte. Weißmehlprodukte, Cornflakes, Süßigkeiten und zuckerreiche Früchte wie Ananas oder Rosinen sind tabu. Damit vermeiden Glyx-Kinder die figurgefährdende Zuckerfalle.

Schlank ohne Fett
Gesund und vitaminreich, aber mit einem Anteil von nur zehn Prozent Gesamtenergiezufuhr durch Fett - so sollen durch fettarme Diätprogramme die Kilos schmelzen. Hoppichler: "Wir ernähren uns im Schnitt mit mehr als 100 Gramm Fett pro Tag eindeutig zu fettreich. Diese Menge zu reduzieren tut jedem gut, egal ob man abnehmen will oder nicht. Allerdings sollte man das Fett nicht komplett vom Abnehmplan streichen. Wir sind auf bestimmte Fettsäuren aus der Nahrung angewiesen. Bestes Beispiel sind die einfach ungesättigten Fettsäuren: Sie senken den Cholesterinspiegel und damit das Herzinfarktrisiko."

Geheimnis Bewegung
Ein weiteres Fixum auf dem Weg zur kleineren Kleidergröße ist regelmäßige Bewegung. Zu den meisten Ernährungsprogrammen wird Ausdauertraining als Um und Auf für den Erfolg empfohlen. Drei- bis viermal wöchentlich soll der Körper zusätzliche Energie verbrennen - vor allem, um den gefürchteten Jo-Jo-Effekt zu vermeiden, der das Gewicht nach einer Diät gleich wieder in die Höhe schnellen lässt, wenn man in alte (schlechte) Ernährungsmuster zurückfällt. Die meisten Diäten sind mit dem Abbau von Muskelmasse verbunden - wenn nicht durch regelmäßige Bewegung dagegengesteuert wird. Durch etwas Training und eine gut erhaltene Muskelmasse verbrennt der Körper mehr Kalorien, zudem steigt die Laune, und der Stresspegel sinkt.

(Aus NEWS 35/2004)

26.8.2004 09:08