Rainhard Fendrich: "Ich bin wieder da!"
- Jetzt hebt er musikalisch und privat zum Überflug ab

Rainhard Fendrich, körperlich fit wie einst im Mai und gut drauf wie lange nicht, im Interview über Liebe, Lieder und Leidenschaften.
Die klimatischen Unbilden der Tropen konnten ihm ebensowenig anhaben wie die degoutanten Schlagzeilen der deutschen Unterhosenpublizistik. Rainhard Fendrich, 49, hat nach der überraschend windschlüpfrigen Scheidung von Frau Andrea (Aber jetzt haben wir überhaupt keinen Kontakt mehr) den Sprung zurück in die positiven Schlagzeilen absolviert. Mit der neuen CD aufLeben holte er in Österreich Doppelplatin und schaffte den Sprung in die finanztechnisch so wichtigen deutschen Charts. Die gleichnamige Tour, die auf anstrengende drei Monate veranschlagt ist (Ich wollte wieder auf Achse sein), will Fendrich, gut drauf wie lang nicht, mit kräftigem Rückenwind nützen: Vor allem im grenznahen Ausland gibt es noch Kundschaft zu rekrutieren. Mit den Söhnen Lucas, 19, und Florian, 13, wollte er sich noch an der Sonne von Florida erfreuen. Doch Hurrican Charley vertrieb die drei ins zweitheimatliche Mallorca.
NEWS: Sie sind vorige Woche dem Hurrican Charley in Florida entkommen. Hatten Sie da ein Todesangsterlebnis?
Fendrich: Ich habs nicht so weit kommen lassen und den Söhnen rechtzeitig gesagt: Wir packen zusammen. Das hat mir zwar beim Älteren die Schelte des Angsthasen eingebracht, aber ich behielt Recht: Den Strand, auf dem wir noch kurz vorher gelegen sind, gibts nicht mehr.
NEWS: Sie sind durch nichts zu erschüttern.
Fendrich: Doch. Ich hab jedes Mal Angst, wenn ich in ein Flugzeug steige, weil ich weiß, warum das Ding in der Luft bleibt. Und wie wenig passieren muss, damit es das nicht mehr tut.
NEWS: Sie haben Mallorca zu Ihrem Hauptwohnsitz erkoren verfolgen Sie die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse in Österreich überhaupt noch?
Fendrich: Und ob! Ich bin ja auch nicht aus Österreich geflohen, weil ich mich unwohl gefühlt hätte. Man muss etwas nicht total ablehnen, um sich für etwas Besse-res zu entscheiden. Ich finde auf Mallorca einfach die besseren Arbeitsbedingungen vor. Hier hab ich Ruhe, hier kann ich mich kreativ am besten entfalten. Meine Verbundenheit zu Österreich ist nach wie vor eng, sonst würde ich mich auch über Ungerechtigkeiten und abfällige Bemerkungen über meine Heimat nicht aufregen.
NEWS: Was ärgert Sie am heftigsten Haider, der St. Pöltner Diözesan-skandal?
Fendrich: Der Haider macht mir schon Angst. Er schafft es nämlich immer wieder, aus selbstgefälligem Darstellungsdrang sich so zu exponieren, dass ihm völlig egal ist, wie Österreich im Ausland dasteht. Das führt so weit, dass nach jedem noch so unbedeutenden Wahlsieg der FPÖ etwas von Erdrutschsieg der Rechtsradikalen in der Ultima Hora steht. Und dass der Bischof Krenn die Vorkommnisse unter den Alumnen als dumme Bubenspiele abtut, beweist, dass er ein engstirniger Fundamentalist ist, der eigentlich ins Mittelalter gehört.
NEWS: Hat Sie die Nachricht
von der bevorstehenden Scheidung Ihres Freundes Wolfgang Ambros überrascht?
Fendrich: Dazu kann ich nur wenig sagen, auch, weil ich nicht gleich um die Ecke des Ehepaars Ambros wohne. Der Wolfgang und die Margit haben es immer verstanden, ihr Privatleben selbst gegenüber Freunden geschützt zu halten. Ich habe die beiden stets als harmonisches Paar mit einer gewissen Machohaftigkeit vom Wolfgang erlebt.
NEWS: Sind Ehen von Popstars a priori zum Scheitern verurteilt?
Fendrich: Auch ein Popstar sehnt sich nach Harmonie und nach einem Familienleben. Nur: Vielleicht sind manche Stars zu wenig kompromissbereit.
NEWS: Aber zumindest für viele Frauen interessanter.
Fendrich: Mag sein. Aber das muss einer Beziehung ja nicht schaden.
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