Mittwoch, 25. August 2004

Markus Rogan & Co: Olympia-Feuerwerk

  • Athen 2004: Österreichs Medaillenrekord

Die rotweiß-roten Olympioniken kehren mit einer Rekordausbeute von den Sommerspielen zurück. Was steckt hinter dem besten Ergebnis seit 68 Jahren?

Fast zwanzig Minuten lang war Markus Rogan am vergangenen Donnerstag Olympiasieger. Wegen eines angeblich regelwidrigen Beintempos bei der letzten Wende war 200-Meter-Rücken-Weltrekordler Aaron Peirsol vom zuständigen Bahnrichter unmittelbar nach dem Rennen disqualifiziert worden, bevor er von der Jury schließlich doch noch als Goldmedaillengewinner bestätigt wurde. Weil der Schiedsrichter den Regelverstoß nicht in Englisch, der Amtssprache des Internationalen Schwimmverbandes (FINA), ausreichend begründen konnte. Ein „Formfehler“ sozusagen.

Freundschaft statt Gold. Während der Amerikaner zwischen Hoffen und Bangen schwankte, schrieb sein erster Konkurrent und langjähriger Freund eines der beeindruckendsten Kapitel der Geschichte dieser Sommerspiele in Athen, das auch international für Furore sorgte. Markus Rogan plädierte nämlich in seiner spontanen Reaktion auf Peirsols Disqualifikation für Fairness und erklärte vor der versammelten Weltpresse glaubwürdig: „Das ist eine schlechte Entscheidung, sie ist auch nicht fair. Er hat mich um Sekunden geschlagen. Eine Goldmedaille, die man auf diese Art und Weise zugesprochen bekommt, ist nichts wert. Die Freundschaft zu Aaron ist mir wichtiger als der Olympiasieg.“

Weltweite Schlagzeilen. Mit seiner sportlichen und beispielhaften Haltung hat Markus Rogan weltweit für Schlagzeilen gesorgt. In Österreich gehören sie ihm nach dem silbernen Doppelschlag über 100 und 200 Meter Rücken sowieso. Es waren die ersten Schwimm-Medaillen für die Nation der Skifahrer und Bergsteiger seit fast hundert Jahren. Und die Basis für die beste rotweißrote Medaillenbilanz der Nachkriegsgeschichte bei Olympischen Sommerspielen.

Aber nicht nur mit seinen sportlichen Topleistungen hat sich der erst 22-jährige Wiener in Athen selbst zum neuen Sportstar gekürt. Auch sein Auftreten, seine Interviews, sein Teamgeist haben in der heimischen Sportszene neue Maßstäbe gesetzt.

Rogan ist sich der Verantwortung bewusst, die nach seinen Sensationserfolgen nun auf ihm lastet: „Ich darf jetzt nicht den Fehler begehen und glauben, dass sich das Interesse auf meine Person bezieht. Es geht einfach um meine Leistungen. Mir darf das, was in Athen passiert ist, einfach nicht in den Kopf steigen“ (siehe auch Interview rechts). Vor Olympia hatte Rogan bei einem besonders guten Abschneiden (sprich: Medaillengewinn) noch damit spekuliert, seine Karriere zu beenden. Davon ist kaum noch die Rede. Stattdessen will er im Dezember bei der Kurzbahn-Europameisterschaft in Wien „groß auftrumpfen“ (Rogan), sich danach höchstens eine kleine Auszeit gönnen und in vier Jahren in Peking den Olympiasieg nachholen. Mit 26 Jahren wäre er dann im besten Schwimmeralter.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: M. Rogan über den Olympiatriumph und seine Zukunft

25.8.2004 15:30