ÖBB-Jobrochade geklärt: Rüdiger vorm Walde wird neuer Personenverkehrs-Chef
- Stefan Wehinger wird 2. Personenverkehrs-Vorstand
- Unverständnis über Teilung der Agenden Einkauf & Buchhaltung
·ÖBB: Streit um die neue GmbH entfacht
Aufsichtsrat und Vorstand sind geteilter Meinung
·ÖBB: Milliarden-Loch im Bahnausbau
ÖBB-Schulden drohen zu explodieren
Die Würfel sind gefallen. Bei der Aufsichtsrats-Sitzung der ÖBB wurden die Personalentscheidungen für das Top-Management getroffen. Generaldirektor Rüdiger vorm Walde übernimmt neben seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der ÖBB Holding AG die Leitung der Personenverkehr AG. Kritik kommt von SP-Verkehrssprecher Eder: Die Regierung will nur Günstlinge unterbringen.
Als zweiter Personenverkehrs-Vorstand wurde der ehemalige Chef der Montafonerbahn AG, Stefan Wehinger bestellt. Die Infrastruktur Betrieb AG leiten mit Vorstandsdirektor Alfred Zimmermann und Vorstand Peter Klugar zwei langjährige ÖBB-Manager.
"Durch die Doppelfunktion von Generaldirektor Rüdiger vorm Walde ist die strategische Steuerung und deren direkte Umsetzung in der Personenverkehr AG sicher gestellt", betonten die ÖBB am Freitag in einer Pressemitteilung. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, wonach Vorm Walde seinen Chefjob im Gegenzug zur Leitung der Personenverkehr AG verlieren könnte.
30 Kandidaten
Für den Posten des ÖBB-Personenverkehrsvorstandes hatten sich insgesamt rund 30 Kandidaten beworben. In der engere Wahl waren neben Wehinger auch Postbuschefin Wilhelmine Goldmann, die frühere Postbus-Managerin Maria Magdalena Zeichen-Ziegler, der frühere Post-Vorstand Josef Halbmayr sowie die ÖBB-Manager Karl Zöchmeister und Erich Forster.
Unverständnis über Teilung der Agenden bei ÖBB-Teilgesellschaften
Die heutige Entscheidung des ÖBB-Aufsichtsrats, die Agenden Einkauf und Buchhaltung auf die neuen ÖBB-Teilgesellschaften aufzuteilen, stößt weiterhin auf wenig Verständnis im Management der Bahn. Vor allem den Beschluss, den Einkauf der Teilunternehmen (Personenverkehr, Güterverkehr, Infrastruktur Bau und Infrastruktur Betrieb) nicht in der neuen ÖBB-Dienstleistungs GmbH zusammenzufassen, kann man in der Unternehmensführung nicht nachvollziehen. Immerhin geht es um ein Beschaffungsvolumen von - grob geschätzt - rund 1 bis 1,5 Mrd. Euro pro Jahr, das zusammengefasst sicher effizienter abgewickelt werden könnte, heißt es aus ÖBB-Managementkreisen.
Scharfe SP-Kritik
SPÖ-Verkehrssprecher Kurt Eder kritisierte die Personalentscheidungen bei der Bahn scharf. "Anstatt die Bahn im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu machen, verlegt sich die Bundesregierung nur darauf, ihre Günstlinge und Freunde - hier vor allem jene von Verkehrsminister Gorbach - unterzubringen". Er forderte den Aufsichtsrat der ÖBB auf, "auch wie ein Aufsichtsrat zu agieren und wirkliche Experten an die Führungsspitze zu stellen".
(apa/red)

