Donnerstag, 26. August 2004

ÖGB gegen Telekom Privatisierung: Mitarbeiter sollen mit 10 % beteiligt werden

  • Gewerkschaft erleichtert über geplatzten Verkauf
  • Verzetnitsch: Verkauf der Telekom sei die falsche Politik

Die weitere Privatisierung der börsenotierten Telekom Austria soll gestoppt, die Mitarbeiter mit rund zehn Prozent am Unternehmen beteiligt und im ÖIAG-Gesetz festgeschreiben werden, dass der österreichische Staat mit einer Beteiligung von 25 Prozent plus einer Aktie Kernaktionär bleibt. So die Forderungen von ÖGB und Telekom-Betriebesrat bei der am Donnerstag abgehaltenen TA- Betreibsversammlung.

Gewerkschaftsvertreter betonten, dass man "die Sauerei in der letzten Sekunde verhindert" habe - gemeint ist der vor kurzem geplatzte Verkauf der Telekom an die staatliche Schweizer Swisscom. ÖGB-Chef Verzetnitsch kritisierte die Regierung, die es verabsäumt habe, einen klaren Kurs für die Telekom festzulegen, um sie dann in Ruhe arbeiten zu lassen. Wenig Freude hat man auf Arbeitnehmerseite auch mit der Staatsholding ÖIAG, denn diese habe nicht die beste Lösung für das Unternehmen gesucht, sondern sei eine "Marionette der Regierung", so Postbus-Betriebsratschef Wurm.

Verzetnitsch betonte, dass die ÖIAG eine Beteiligungs- und keine Verkaufsagentur sei. Zukunftsunternehmen wie die Telekom Austria zu verkaufen sei die falsche Politik, meinte er, und Wurm attestierte: "Erst recht in einer Nacht und Nebel-Aktion, wie sie Finanzminister Grasser geplant hatte", sagte Wurm.

Die Betriebsversammlung diente dazu "die verunsicherten Mitarbeiter zu informieren". Das Klima der Versammlung war sachlich entspannt, deftiger waren schon die selbstgebastelten Plakate der Teilnehmer. Auf einem stand zu lesen "Grasser der Telekom-Hasser", auf einem anderen "Heute Telekom - Morgen Stephansdom".
(apa)

26.8.2004 13:52