Donnerstag, 26. August 2004

Sinkende Preise am Rohöl-Markt: OPEC strebt einen Ölpreis von 30 Dollar/Barrel an

  • In New York kostete ein Fass wieder weniger als 43 $
  • Trotz Krise im Irak auf dem tiefsten Stand seit 3 Wochen

Die Rohölpreise an den internationalen Rohstoffbörsen sind trotz der Anschläge im Irak auf den tiefsten Stand seit drei Wochen gefallen. Der Preis verringerte sich um 1,43 Dollar auf 39,02 Dollar (32,25 Euro) pro Barrel (je 159 Liter), wie das OPEC-Sekretariat in Wien am Freitag bekannt gab. Bereits am Mittwoch war OPEC-Öl um 0,98 Dollar billiger geworden. Die OPEC strebt aber weiterhin einen Ölpreis von 30 US-Dollar pro Barrel an.

"Der Ölpreis ist gefallen, wir wollen aber, dass er auf 30 Dollar zurückgeht", sagte OPEC-Präsident Purnomo Yusgiantoro nach Angaben der Zeitung "Jakarta Post" (Freitagsausgabe). Die Organisation wolle sich einen Überblick über noch verbliebene Kapazitiäten verschaffen und über eine mögliche Erhöhung ihres Ölausstoßes auf einer OPEC-Konferenz am 14. September entscheiden.

Die Rohölpreise an den internationalen Rohstoffbörsen waren trotz der Anschläge im Irak am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit drei Wochen gefallen. Nach Angaben der Organisation vom Donnerstag kostete das Barrel OPEC-Rohöl 40,45 Dollar. Das waren 0,98 Dollar weniger als am Vortag. Die offizielle Förderquote der OPEC liegt seit Anfang August bei 26 Millionen Barrel täglich. Marktkenner schätzen die tatsächliche Förderung der Mitglieder derzeit auf insgesamt mehr als 29 Millionen Barrel.

Die Abwärtsbewegung der Rohölnotierungen setzte sich damit am Donnerstag bereits den fünften Tag in Folge fort. Trotz der jüngsten Rückgänge ist nach Auffassung von Marktbeobachtern aber nicht mit einem anhaltenden Verfall der Ölpreise zu rechnen. Langfristig bleibe die Nachfrage nach Rohöl hoch, insbesondere aus China.

Nach der Lufthansa und anderen europäischen Fluggesellschaften wie KLM aus den Niederlanden erhebt nun auch der Billigflieger Germania Express (Gexx) wegen der anhaltend hohen Preise für Rohöl und Treibstoff einen vorübergehenden Kerosinzuschlag. Er betrage drei Euro pro Strecke und gelte sowohl für innerdeutsche als auch europäische Flüge, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mit. Gexx bietet ein Festpreissystem mit Flügen zu bisher 77 bis 111 Euro an.
(apa)

26.8.2004 12:08