Nach Kapitalerhöhung: Mirko Kovats löst die ÖIAG als VA-Tech Hauptaktionär ab
- 3 Millionen Jungaktion bringen rund 150 Mio. Euro
- Rücktritt von Klaus Brenne immer wahrscheinlicher
Mit der bevorstehenden Kapitalerhöhung des börsennotierten Technologiekonzerns VA Tech wird der Industrielle Mirko Kovats die Staatsholding ÖIAG als größten VA-Tech-Aktionär ablösen. Die ÖIAG werde bei der geplanten Kapitalerhöhung, die mit 3 Mio. Jungaktien zu je rund 50 Euro etwa 150 Mio. Euro in die VA-Tech-Kassen spülen soll, nicht mitziehen, ihr Anteil werde von 15 auf rund 11 Prozent sinken. Dagegen wolle Kovats, der etwa 13 Prozent hält, über seine Bezugsrechte hinaus zukaufen. In der ÖIAG wollte man dazu am Mittwoch keine Stellungnahme abgeben.
Die Hauptversammlung im September stellt den zweiten Anlauf für die geplante Kapitalerhöhung dar - das Volumen hatte Sernetz selbst schon in Interviews genannt -, nachdem der erste Versuch in einer turbulenten Aktionärsversammlung am 29. April überraschend gescheitert war. Damals hatte Kovats die von ihm selbst ursprünglich geforderte Kapitalaufstockung mit Hilfe anderer Aktionäre verhindert, was zu einer schweren Verstimmung zwischen ÖIAG und Kovats geführt und auch die Übernahmekommission auf den Plan gerufen hatte.
Auch zu VA-Tech-Personalia wird es am Donnerstag Neues geben. Unbestätigten Meldungen zufolge hat bei der Aufsichtsratssitzung am Dienstag Klaus Brenner, im Vorstand für die Sorgensparte Energieübertragung und -verteilung (T&D) zuständig, seinen Rücktritt angeboten, der auch angenommen worden sein soll, wie das "WirtschaftsBlatt" weiter berichtet. Brenner dürfte demzufolge interimistisch von Hydro-Vorstand Christian Habegger ersetzt werden.
Zudem braucht Konzernchef Sernetz einen Nachfolger als Chef der Infrastruktur-Dienstleistungssparte Elin EBG. Am Dienstag sollen sich dem Vernehmen nach drei externe Manager im Aufsichtsrat um den Vorstandsposten beworben haben, so die Zeitung weiter. Sie seien von Headhunter Spencer Stuart ausgewählt worden, der bereits den ab 1. Oktober tätigen neuen Finanzvorstand Hanno Bästlein vermittelt hat.
Das Betriebsergebnis der VA Tech im Halbjahr erwarten die Analysten wie berichtet besser, während der Konzern beim Nettoergebnis weiter rote Zahlen schreiben dürfte. Das EBIT wurde im Mittel mit 41,6 (nach 23,1) Mio. Euro prognostiziert, der durchschnittliche Schätzwert für den Net Profit liegt bei minus 13,3 (minus 23,4) Mio. Euro. Der Umsatz soll um knapp ein Zehntel auf fast 1,9 Mrd. Euro zugelegt haben.
(apa/red)

