Mittwoch, 25. August 2004

Eurofighter-Gegengeschäfte nur leere Versprechen? Firmen haben kaum Vorteile

  • Chef der Firma Glantz bestätigt Gegengeschäfte im Wert von 99.335 Euro

Nach Skepsis über Gegengeschäfte im Ausmaß von 1,7 Milliarden für den Ankauf der Eurofighter, beharrt das Wirtschaftsministerium auf seinen bisherigen Aussagen. Von beiden österreichischen Unternehmen, deren Vertreter am Dienstagabend in Abrede gestellt haben, dass sie von Gegengeschäften profitieren, habe man Bestätigungen über diese Geschäfte vorliegen, betonte Ressortsprecher Raphael Draschtak.

Die "ZiB 1" hatte am Dienstag von zwei Firmen berichtet, die auf der Gegengeschäftsliste des Wirtschaftsministeriums aufscheinen, deren Vertreter das Faktum der Gegengeschäfte aber in Abrede stellten. Noch am Abend hatte das Ministerium daraufhin gemeint, man sei "hochgradig überrascht" über die Aussagen. Von der Firma Glatz etwa habe man eine mit 28. April 2004 datierte Bestätigung über einen entsprechenden Deal aus dem Jahr 2003 mit einem Volumen von 99.335,28 Euro vorliegen.

Gegengeschäfte bestätigt
Firmenchef Wolfgang Glatz habe in der Zwischenzeit auch bestätigt, dass es das Gegengeschäft gebe, hieß es weiter. Er wisse über die entsprechenden Umsatzsteigerungen sehr wohl Bescheid, habe aber nicht gewusst, dass sie im Zusammenhang mit dem Eurofighter stehen. Die Gegengeschäftsbestätigung des zuständigen Key-Account-Managers, der in den vergangenen Wochen auf Urlaub gewesen sei, habe jedenfalls ihre Richtigkeit.

Eine mit 8. April 2004 datierte Bestätigung hat das Wirtschaftsministerium auch vom Wiener Unternehmen Schönberg & Cerny vorliegen, hieß es weiter. Der Vertrag über 5.045 Euro sei mit einem italienischen Unternehmen abgeschlossen worden. Heiko Heers von Schönberg & Cerny hatte am Dienstag gemeint: "Wir haben uns sehr intensiv bemüht, entsprechende Unterlagen in englischer Sprache eingereicht und gebeten, uns Ansprechpartner zu nennen für potenzielle Kunden. Das ist uns leider verwehrt worden." Am Mittwoch war Heers vorerst nicht zu erreichen.

Draschtak betonte zudem, dass die von seinem Ressort vorgelegte Liste nur Firmen enthalte, die selbst eine Bestätigung darüber ausgestellt haben.
(apa)

25.8.2004 12:53