Mittwoch, 25. August 2004

Nachträgliche Preiserhöhung: Haupt lässt Reiseveranstalter Gulet und TUI verklagen!

  • Erhöhungen wegen Kerosinpreiserhöhung. VKI organisiert "Geld zurück"-Aktion. Tui/Gulet wehrt sich

Konsumentenschutzminister Herbert Haupt will nachträglichen Preiserhöhungen von Reiseveranstaltern ein Ende setzen. "Ich habe den Verein für Konsumentenschutz (VKI) damit beauftragt, gegen zwei Reiseveranstalter vorzugehen", so Haupt am Mittwoch in einer Aussendung. Demnach hat hat der VKI eine Unterlassungsklage gegen die Reiseanbieter Gulet und TUI eingebracht.

Im Sommer 2004 stellten laut der Aussendung zahlreiche Reiseveranstalter ihren Kunden Zusatzkosten zwischen 9 und 15 Euro pro Person wegen gestiegener Kerosinpreise nachträglich in Rechnung. Diese Preiserhöhungen stünden aber - sofern nicht bei der Buchung eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde - im Widerspruch zum Konsumentenschutzgesetz und seien daher unzulässig und unwirksam.

Ziel der Klagen ist ein gerichtliches Verbot, Preiserhöhungen vorzunehmen und eine Verpflichtung der Veranstalter, bereits bezahlte Zusatzkosten an Konsumenten wieder zurückzuzahlen. "Im Falle eines positiven Gerichtsurteils können Konsumenten bereits bezahlte Zusatzkosten zurückverlangen", so Haupt. Reisenden, die noch vor ihrem Urlaubsantritt stehen, rät der Konsumentenschutzminister, allfällige Zusatzkosten nur unter dem Vorbehalt der Rückforderung zu zahlen.

Weiters organisiert der VKI eine "Geld zurück"-Aktion, indem er sich als Sammelstelle für derartige Konsumentenbeschwerden zur Verfügung stellt. "Konsumenten, denen von Veranstaltern im Zusammenhang mit Pauschalreisen Zusatzkosten wegen Treibstofferhöhungen in Rechnung gestellt wurden, sollen durch diese Aktion zu ihrem Recht kommen", so Haupt.

Gulet/Tui-Gruppe weist Vorwürfe zurück
Die Gulet/TUI Austria-Gruppe weist die von Haupt geäußerten Vorwürfe über unzulässige, nachträgliche Preiszuschläge zurück. "Wir glauben, dass wir in Anlehnung an unsere Reise- und Zahlungsbedingungen kein schuldhaftes Verhalten an den Tag gelegt haben", sagte der Prokurist der Gulet Touropa Touristik (GTT), Helmut Lipa, zur APA. Man habe die Kunden Anfang Juni über über die Preiszuschläge wegen der gestiegenen Kerosinpreise informiert und diese ab Anfang August eingehoben.

Lipa kündigte an, sich mit dem Konsumentenschutzministerium in Verbindung setzen zu wollen, um die Standpunkte auszutauschen und eine außergerichtliche Lösung zu suchen.

Verwundert zeigte sich Lipa, dass Gulet/TUI im Zentrum der "Angriffe" stehe. Die Gruppe sei nicht die einzige in der Branche, die derartige Zuschläge einheben würden.

(apa/red)

25.8.2004 11:38