Alitalia bekommt Rückendeckung von Piloten: Verzicht auf 20 % der Gehälter
- Krisengeschüttelte Fluggesellschaft ringt ums Überleben
- Scharfer Sparkurs soll 6.000 Arbeitsplätze kosten
Alle ziehen an einem Strang um Italiens krisengeschüttelter Fluggesellschaft Alitalia vor den Konkurs zu retten. Jetzt haben sich auch die Piloten zu Gehaltseinschnitten von 20 Prozent bereit erklärt. Dies meldete die Pilotengewerkschaft Anpac, die mit Alitalia-Chef Giancarlo Cimoli über einen Sanierungsplan zur Rettung der Gesellschaft verhandelt. Cimoli will die Personalkosten um 35 Prozent reduzieren, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" in ihrer Donnerstag-Ausgabe.
Cimoli will die Personalkosten um 35 Prozent reduzieren, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore". Weiters will Cimoli beim Flugpersonal stark auf Sparkurs gehen. 800 der 4.800 Flugbegleiter-Stellen sollten im Rahmen des Rettungsplans gestrichen werden, hieß es in Alitalia-Kreisen. Indiskretionen zufolge plant der Geschäftsführer die Kürzung von insgesamt 6.000 Arbeitsplätzen. Alitalia, die noch mehrheitlich im staatlichen Besitz steht, beschäftigt 22.000 Personen. Cimolis Ziel ist es, die Effizienz zu steigern und bis 2006 75 Mio. Euro einzusparen.
Gegen den massiven Stellenabbau wehren sich die Gewerkschaften heftig. "Das Personal kann nicht allein die Kosten für Alitalias Sanierung tragen", kommentierte Savino Pezzotta von der CISL. Die Gewerkschaften drohten mit massiven Protesten, sollte Cimoli die Stellenkürzungen durchsetzen.
Verkehrsminister Pietro Lunardi befürchtete, dass Alitalias Insolvenz näher rückt. "Die Stellenkürzungen sind die letzte Chance, um Alitalia zu retten", mahnte der Minister. Am Mittwoch hatte Lunardi die Gewerkschaften zu Verantwortungsbewusstsein aufgefordert.
Am Montag wird Alitalia die Ergebnisse des ersten Semesters 2004 überprüfen. Die Verluste kletterten auf 330 Mio. Euro. Auch die Sommermonate bescherten Alitalia keine positiven Resultate. Die Differenz zwischen den Planzahlen und den tatsächlichen Einnahmen in den ersten drei Augustwochen betrug 17 Mio. Euro, teilte Cimoli mit.
(apa)

