Nach gescheitertem Deal: Telekom Austria im Halbjahr mit Umsatz- und Ergebnisplus
- Nettogewinn stieg um 61,7 Prozent auf 106,4 Mio. Euro
- Im Festnetz 2004 wird Umsatzrückgang erwartet
·Die TA-Mitarbeiter lehnen Verkauf ab
Betriebsversammlungen stiegen in ganz Österreich
·Von der Post zur Telekom Austria
Eine Chronologie der 10-jährigen Privatisierung
·TA: Zu spät reagiert,
Millionen verloren
Schaden durch verspätete Handelsaussetzung
Der börsenotierte österreichische Telekomkonzern Telekom Austria (TA), deren Fusion mit der Schweizer Swisscom zuletzt gescheitert ist, hat im ersten Halbjahr 2004 ein leichtes Umsatz- und ein zweistelliges Ergebnisplus erzielt. Im Festnetzbereich erwartet die Telekom für das Gesamtjahr einen leichten Umsatzrückgang.
Der Nettogewinn stieg von Jänner bis Juni um 61,7 Prozent auf 106,4 Mio. Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag ad-hoc mit. Die Umsätze erhöhten sich um 2,7 Prozent auf 1,985 Mrd. Euro.
Das Betriebsergebnis habe vom "Turnaround" im Festnetz-Bereich und von einem leichten Anstieg im Mobilfunk-Bereich profitiert und stieg auf Gruppenebene um 19,0 Prozent auf 243,0 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen (bereinigtes EBITDA) stieg auf Gruppenebene um 3,6 Prozent auf 807,4 Mio. Euro.
Trotz Internet: Rückgang im Festnetzbereich
Im Festnetzbereich erwartet die Telekom Austria (TA) für das Gesamtjahr trotz der "positiven Dynamik" bei Breitband-Internet einen leichten Umsatzrückgang, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sollte dank Personalreduktion, Kostenkontrolle und Verrechnungsbetrag für Universaldienste stabil bleiben.
Umsatzsteigerung im Mobilfunk
Im Mobilfunkbereich erwartet die TA für das Gesamtjahr 2004 ein 1-prozentige Steigerung des Umsatzes und eine Erhöhung des EBITDA zwischen 1 und 2 Prozent. Auf Grund der Verbesserung des EBITDA und weiterhin rückläufiger Abschreibungen werde das Nettoergebnis um etwa 25 Prozent steigen.
Erstmals Plus im Festnetzbereich - weniger Kunden
Im Festnetzbereich hat die TA im ersten Halbjahr 2004 erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Das Betriebsergebnis (EBIT) drehte von minus 5,9 auf plus 41,3 Mio. Euro, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 4,3 Prozent auf 428,8 Mio. Euro. Die Umsäte stiegen um 0,4 Prozent auf 1,084 Mio. Euro.
Die Zahl der Festnetzanschlüsse ging im ersten Halbjahr 2004 auf Grund des Wechsels vieler Kunden vom Fest- ins Mobilnetz um 3,2 Prozent auf 2,96 Millionen zurück. Die Zahl der ADSL-Anschlüsse stieg im Halbjahr von 214.900 auf 320.700 Breitband-Internet-Anschlüsse (inklusive 71.300 Wholesale-Anschlüsse).
Mehr Kunden und Umsatz im Mobilfunk
Im Mobilfunkbereich stiegen die Umsätze um 4,7 Prozent auf 1,019 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 1,8 Prozent auf 212,4 Mio. Euro. Im zweiten Quartal 2004 habe der anhaltende Wettbewerbsdruck auf dem heimischen Mobilfunkmarkt zu einer Verlangsamung des Umsatzwachstums beigetragen, hieß es. Die Zahl der Kunden der Mobilkom-Gruppe stieg im ersten Halbjahr 2004 um 4,7 Prozent auf 4,8 Millionen, wobei die Mobilkom Austria ihre Kundenzahl um 3,4 Prozent auf 3,17 Millionen steigerte. Der Marktanteil der Mobilkom Austria ging per Ende Juni 2004 von 43,5 auf 42,3 Prozent zurück. Die durchschnittlichen Monatsumsätze pro Kunden (ARPU) gingen im zweiten Quartal um 1,9 Prozent auf 36,8 Euro zurück.
Die Zahl der Mitarbeiter in der Telekom Austria-Gruppe ging von Ende Juni 2003 bis Ende Juni 2004 um 910 Vollzeitkräfte auf 13.808 Beschäftigte zurück. (apa)

