Montag, 23. August 2004

Medienberichte: Asfinag will mit Partnern im Ausland Straßen bauen!

  • Partner angeblich Porr und Strabag, Siemens und Telekom Austria möglicherweise interessiert

Die im Staatsbesitz befindliche Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag will über Öffentlich-Private-Finanzierungsmodelle (Public Private Partnership, PPP) in der EU expandieren und dort Konzessions-Autobahnen bauen und betreiben, die über Mauteinnahmen refinanziert werden, so Medienberichte.

Von vorrangigen Interesse seien Projekte in den neuen Beitrittsländern. PPP-Partner sollen demnach die österreichischen Bauriesen Porr und Strabag sowie Siemens Österreich und die Telekom Austria sein.

Bei der Asfinag wollte man den Bericht nicht kommentieren, man verwies auf die Zuständigkeit des Eigentümers, der Republik. Eine Stellungnahme des Verkehrsministeriums war kurzfristig nicht zu erhalten.

Das Schlüsselunternehmen für ein PPP-Projekt sei laut "Kurier" der österreichische Lkw-Mautbetreiber Europpass, eine Tochter des italienischen Autobahnkonzerns Autostrade. Die Asfinag hat eine "Call Option" für die Europpass, wonach sie diese laut Konzessionsvertrag die Europpass oder Teile davon zu einem bereits definierten Preis von der Autostrade kaufen kann. Allerdings hat die Asfinag - wie berichtet - 8,33 Mrd. Euro Schulden, daher müsste wohl der Staat Geld in die Hand nehmen.

Laut "Kurier"-Angaben könnte die Europpass in eine eigene Asfinag-Tochter eingebracht werden, an der sich die oben erwähnten Privatfirmen dann beteiligen könnten. Die Europpass hatte schon früher angekündigt, das heimische Mautsystem in die Nachbarländer exportieren zu wollen.

Mit dem - im Gegensatz zu Deutschland - funktionierenden österreichischen Lkw-Mautsystem und den Strabag- und Porr-Großaktionären Raiffeisen und BA-CA im Hintergrund hätte das neue Asfinag-Tochterunternehmen gute Chancen in Osteuropa. Ohne Europpass hingegen wäre die Asfinag im internationalen Wettbewerb auf verlorenem Posten, zitiert der Kurier "Insider". Beim Kauf einer Minderheit an Europpass - und zu mehr sei die Autostrade laut "Kurier" nicht bereit - würden ebenso die privaten Partner zögern, sich am Projekt zu beteiligen. Denn sie müssten, ohne die bestimmende Mehrheit zu haben, im Verhältnis ihrer Beteiligung die von der Europpass übernommene Einnahmen-Garantie aus der Lkw-Maut mit tragen, so der "Kurier". (apa)

23.8.2004 19:03