Montag, 23. August 2004

EStAG: Vorstände Maier und Kailbauer stimmen Deckelung der Prämien zu

  • Aufsichtsrat-Chef Ditz präsentiert Einschleifregelung
  • Vorstellungen der Politik sind aber weitreichender

In der Auseinandersetzung um die Höhen der Gagen des neuen EStAG-Managements haben die Vorstände Karl-Franz Maier und Franz Kailbauer einer Deckelung ihrer Prämien zugestimmt. Aufsichtsratspräsident Johannes Ditz sagte, dass man "ein Signal setzen" und eine "Diskussion um fiktive Beträge" verhindern will. Nun werde es eine Erfolgstangente von maximal 45 bzw. 47 Prozent geben.

Unmittelbar von der Sitzung der Landesregierung, die auf Wunsch der SPÖ zusammengetreten war, um über die Begrenzung der Management-Gehälter zu beraten, hatte Ditz seine Sicht der Dinge dargestellt: Die Gagen der beiden neuen Vorstände lägen im Branchenschnitt, sowohl Fixbezug als auch Gesamtbezug des Vorstandes (vormals dreiköpfig, Anm.) seien geringer als früher: "Der neue Vorstand bekommt weniger und muss das Doppelte arbeiten", so ist Ditz von einem sparsamen Neustart überzeugt.

Rund 235.000 Euro Brutto-Gehalt
Im Detail bekommen Maier und Kailbauer ein Basisbruttogehalt von 245.455 bzw. 227.273 Euro. Dazu kommt eine erfolgsabhängige Prämie, die im Nachhinein bezahlt wird, die maximal 65 Prozent erreichen kann. Statt einer Pension wie bisher gibt es nur eine zehnprozentige Pensionskassenzuzahlung. Die nun von Ditz vorgeschlagene und vom Aufsichtsrat erst abzusegnende Lösung sieht die Begrenzung der Gesamtbezüge mit 340.000 bzw. 360.000 Euro im Jahr vor, was einer Deckelung der effektiv zu erzielenden Prämie auf 45 bzw. 47 Prozent gleichkommt. Dies sei "in der Norm, vertretbar und sinnvoll", so der Aufsichtsratsvorsitzende.

Politik soll sich heraushalten
Weitere Verhandlungen - in der politischen Diskussion waren Forderungen bis zu nur 15 Prozent Prämie laut geworden - kann sich Ditz nicht vorstellen. Von ihm könne man nicht erwarten, in bestehende Verträge einzugreifen. Recht deutlich fiel seine Mahnung an die Politik aus, sich nicht in Kompetenzen des Aufsichtsrates einzumischen. Eine Schablonenverordnung wie beim Bund erachte er zwar für sinnvoll, sie werde aber keine Auswirkungen auf die bestehenden Verträge haben. Die Parteien - ausgenommen die Grünen - erinnerte Ditz an die nunmehr beseitigten Missstände ("Alle drei Parteien waren bei den Fehlentwicklungen der Vergangenheit eingebunden") und warnte davor, den Neustart der Landes-Energieholding durch Polemik im Vorfeld der Wahlen 2005 "schlecht zu reden". (apa/red)

23.8.2004 13:06