Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: Stromnetztarife sinken weiter
- Nächste Runde soll noch heuer abgeschlossen werden
Die Strompreise werden von einigen österreichischen Energieversorgern im Herbst zwar angehoben, allerdings wird es bis Jahresende noch zu einer Senkung der Netztarife kommen, so Energieregulator Boltz. Bei den Netztarifen bestehe Handlungsbedarf, Österreich liege im internationalen Vergleich noch immer relativ hoch. Bei der heurigen Tarifsenkungsrunde im Netzbereich sei "noch einiges drinnen".
Ein Ende der Fahnenstange sei bei den Netztarifen noch nicht erreicht. Die Großhandelspreise für Strom seien "eine Spur" gestiegen", kleine Preiserhöhungen von ein paar Prozentpunkten beim reinen Energiepreis seien in Ordnung, aber kein Anlass für massive Preisanhebungen, so der Geschäftsführer der Energieregulierungsbehörde E-Control. Aus den Großhandelspreisen alleine ließen sich nur geringe Preiserhöhungen rechtfertigen, nicht aber Anhebungen im "zweistelligen Bereich".
Die Ölpreise würden sich mit einer sehr großen Verzögerung und sehr gemildert auf die Strompreise durchschlagen. Relevant sei aber eher der Kohlepreis, der nach den Anstiegen der letzten Zeit wieder zurückgehe. Der Höhepunkt scheine überschritten zu sein, in einem halben bis einem Jahr werde der Kohlemangel aus logistischen Gründen wieder Historie sein. Der Strompreis setzt sich aus dem reinen Energiepreis und dem Preis für das Netz zusammen, dazu kommen noch Steuern und Abgaben.
Die Liberalisierung des heimischen Strommarktes - Haushalts- und Gewerbekunden können seit 1. Oktober 2001 ihren Stromlieferanten frei wählen, für Großkunden startete die Marktöffnung bereits Anfang 1999 - habe den Haushalten Vorteile gebracht, so Boltz. Die Nettopreise (Energie und Netz ohne Steuern und Abgaben) für die Kilowattstunde (kWh) Strom liegen nach Daten der E-Control derzeit (Stand August 2004) bei den großen Energieversorgern zumindest leicht unter den Werten vor 1998.
(apa)

