Montag, 23. August 2004

Steuernachzahlung: Moskau will drei Milliarden Dollar von Yukos-Tochter fordern

  • Zusätzlich zu den 3,4 Milliarden Dollar für das Jahr 2000
  • Wert der Yukos-Tochter würde deutlich nach unten fallen

Auf den russischen Ölkonzern Yukos kommt möglicherweise ein weiterer dicker Steuer-Brocken zu. Russlands Steuerbehörden wollen weitere drei Milliarden Dollar an Steuern nachfordern. Damit würde sich die Steuerlast für den größten Ölproduzenten Russlands fast verdoppeln. Für das Jahr 2000 sind bereits 3,4 Millarden Dollar an Staatsabgaben fällig.

Russlands Steuerbehörden wollen von dem Ölkonzern Yukos möglicherweise weitere 3 Mrd. Dollar (2,44 Mrd. Euro) Steuern nachfordern. Die Summe solle der wichtigsten Produktionstochter des Konzerns, Yuganskneftegaz, in Rechnung gestellt werden, berichtete die "Financial Times" am Montag unter Berufung auf Regierungskreise im Moskau.

Diese weiteren 3 Mrd. Dollar würden zu den 3,4 Mrd. Dollar hinzukommen, die Yukos bereits für 2000 nachzahlen muss. Der Wert von Yuganskneftegaz, das Moskau zum Eintreiben der Steuerschuld verkaufen will, würde dadurch deutlich nach unten gedrückt. Die Yukos-Aktien stürzten am Montag im frühen Moskauer Handel um 11,11 Prozent auf 3,6 Dollar (2,93 Euro) ab.

Verkauf der Yukos-Tochter geplant - Streit um Wert
Yuganskneftegaz steht für 60 Prozent der Förderung von Yukos, dem größten Ölproduzenten Russlands. Die Produktionstochter soll in den kommenden Monaten versteigert werden. Yukos schätzt den Wert der Konzerntochter auf rund 30 Mrd. Dollar, die Regierung setzte den Wert dagegen zunächst auf 1,7 Mrd. Dollar fest. Moskau hatte Mitte des Monats das Bankhaus Dresdner Kleinwort Wasserstein damit beauftragt, den Wert der bereits beschlagnahmten Yuganskneftegaz-Aktien einzuschätzen. (apa/red)

23.8.2004 09:40