Doping-Probe verweigert: IOC erkennt Hammerwurf-Olympiasieger Annus Gold ab
- Medaillengewinner war negativ getestet worden
- Auch Bahnradfahrerin Williams des Dopings überführt
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Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat zwei Medaillen nachträglich aberkennen müssen. Der ungarische Hammerwurf-Olympiasieger Adrian Annus verlor seine Goldmedaille wegen Verweigerung einer Doping-Kontrolle, die kolumbianische Bahnradfahrerin Maria Luisa Calle Williams, die im Punktefahren Dritte geworden war, Bronze wegen der Einnahme des verbotenen Stimulanzmittels Heptaminol.
Annus war zwar nach seinem Sieg am vergangenen Sonntag negativ getestet worden. Wegen des Verdachts der Manipulation bei der Probeentnahme hatte das IOC aber ein Testteam zur österreichisch-ungarischen Grenze geschickt, um den Athlet neuerlich zu testen. Diese Nachprobe am Freitag verweigerte Annus jedoch, weshalb sich nun der vom Oberösterreicher Robert Wagner gemanagte Japaner Koji Murofushi über Gold freuen darf. Silber geht an Iwan Tichon aus Weißrussland, Bronze an den Türken Esref Apak.
Mit Annus wurde in Athen dem dritten Olympiasieger nach Robert Fazekas (Ungarn/Diskuswerfen) und Irina Korschanenko (Russland/Kugelstoßen) wegen Dopings der Sieg wieder aberkannt. Der Fall Annus ist jedoch einmalig in der Sportgeschichte. Denn noch nie ist ein bereits negativ getesteter Athlet zu einer neuerlichen Kontrolle zitiert worden. Von der Disqualifikation von Calle Williams profitiert die US-Amerikanerin Erin Mirabella, die vom vierten auf den Bronzerang vorrückt. (apa/red)
