Kampf um Meter und Sekunden: Jones
mit zweifacher Chance auf Edelmetall
- US-Star tritt im Weitsprung- und Sprint-Staffel-Finale an
- Russinnen und Französinnen nur schwer zu besiegen
US-Superstar Marion Jones kommt heute gleich zu zwei Final-Einsätzen, nachdem sie sich für die Einzel-Bewerbe im Sprint nicht qualifiziert hatte. Um 19:05 Uhr MESZ geht für die 28-Jährige der Weitsprung los, 2:40 Stunden später wird sie für die 4x100-m-Staffel bereit stehen. US-Cheftrainerin Sue Humphrey bestätigte am Donnerstag Jones' Aufstellung für das US-Sprint-Quartett, die Nominierung war vor zwei Wochen im US-Camp auf Kreta erfolgt. In beiden Bewerben hatte Jones 2000 Bronze geholt.
Ob Jones ihren drei Gold-Medaillen von Sydney 2000 zumindest eine weitere hinzufügen wird, ist fraglich. Im Weitsprung kam sie zwar aus der Qualifikation mit 6,70 m sicher weiter, die ersten Anwärterinnen auf den Titel sind aber die Russinnen. Tatjana Lebedewa erzielte mit 7,33 m Jahresweltbestleistung, Irina Simagina blieb bei den nationalen Meisterschaften mit 7,27 m nur knapp hinter ihrer Landsfrau und Tatjana Kotowa schaffte den Aufstieg ins Finale, obwohl sie beim Absprung rund 20 Zentimeter verschenkt hatte.
In einer der vermutlich spannendsten Entscheidungen von Athen wird auch auf Siebenkampf-Olympiasiegerin Carolina Klüft zu achten sein, die Schwedin erreichte heuer bei einem Mehrkampf 6,97 m. Jones kümmerte sich nach der Qualifikation freilich noch nicht um die Konkurrenz. "Ich bin so aufgeregt, dass ich endlich wieder einen Wettkampf hatte. Ich wollte schon mit meinem ersten Sprung eine Nachricht hinterlassen", meinte Jones. Ihr Versuch ging an die sieben Meter, wurde aber ungültig gegeben.
Für Jones war es ungewohnt, die Leichtathletik-Bewerbe an den vergangenen Tagen nur als Zuschauerin zu verfolgen. "Es war schwierig für mich. Aber jetzt schauen wir mal, was im Finale passiert." Drei Ex-Weltmeisterinnen haben keine zweite Chance, sie schieden aus. Die aktuelle Titelträgerin Eunice Barber aus Frankreich und ihre italienische Vorgängerin Fiona May waren zu kurz, die spanische 1999-er-Championesse Niurka Montalvo übertrat bei ihren drei Versuchen.
Die US-Sprint-Staffel wird von Lauryn Williams, Angela Williams und LaTasha Colander ergänzt und muss sich wohl strecken. Denn die Französinnen mit Christine Arron, Muriel Hurtis, Sylviane Felix und vermutlich Patricia Girard werden nichts unversucht lassen, ihrem WM-Titel den Olympiasieg folgen zu lassen. Am ehesten werden wohl die Bahamas in dieses Duell eingreifen können. US-Weltrekordler Michael Johnson warnte übrigens vor dem Einsatz der in die BALCO-Affäre verwickelten Jones. "Warum wollt ihr dieses Risiko eingehen?" (apa/red)
