Olympia 2004: US-Edelmetall-Schmiede hielt China nur noch knapp auf Distanz!
- Universitätssystem setzte sich diesmal noch gegen Staatsauftrag durch. PLUS: Der Medaillen-Spiegel im Detail!
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Die USA haben schon vor dem letzten Wettkampftag die Medaillen-Wertung der 28. Olympischen Sommerspiele für sich entschieden, China kann nicht mehr heran kommen. Im "Reich der Mitte" liegt die Edelmetall-Schmiede in staatlicher Hand, jene des US-Teams im Gegensatz dazu primär an Colleges und Universitäten. Dort werden die meisten der Top-Athleten heraus gebracht, wobei sich diese Stipendien bedingt finanziell sorglos parallel auch ihrer Ausbildung widmen können - ein Erfolgssystem.
Die Dominanz der US-Athleten zeigt sich besonders in den Kernsportarten Schwimmen und Leichtathletik, in denen sie mit 52 von 100 mehr als die Hälfte ihrer Medaillen gewonnen haben. Und im ebenfalls Medaillen reichen Turnen sammelten die US-Athleten mit neun Mal Edelmetall nur eines weniger als Leader Rumänien. Überraschend war vor allem die Erfolgsflut bei den Leichtathleten, nachdem einige Hoffnungsträger von den Dopingjägern aus dem Verkehr gezogen worden waren.
Doch dann ließen vor allem die US-Herren nichts anbrennen, holten über 200 und 400 m jeweils einen "clean sweep", einen "Dreifach-Erfolg. Doppel-Siege wurden es im Stabhoch- und Weitsprung. Dessen Sieger Dwight Phillips sah dadurch die Doping-Diskussionen in den Schatten gestellt: "Da sind für uns hier so viele positive Dinge passiert, dass es mehr wiegt als das Negative der BALCO-Affäre. Das sind große Olympische Spiele. Gatlin hat das beste 100-m-Rennen der Geschichte gewonnen und dann sind da noch unsere 'clean sweeps'."
Die US-Erfolge liegen auch am Zusammenhalt innerhalb des Teams, das Nationale wird zumindest nach außen hin über das Eigene gestellt. Ausnahme-Könner Michael Phelps verzichtete auf ein Antreten in der Lagen-Staffel, damit diese mit dem besseren Staffel-Schwimmer Ian Crocker reüssieren kann. Bernard Williams war letztlich nicht so wichtig, ob er über 200 m Silber oder Bronze geholt hatte. "Das tut doch nichts zur Sache. Wir wollten den 'sweep', hatten davor über nichts Anderes gesprochen."
20 Leichtathletik-Medaillen hatten die USA in Sydney 2000 geholt, in Athen waren es vor dem abschließenden Marathon 24. Da befinden sich die Staaten auf einem guten Weg, soll in vier Jahren in Peking die aufstrebende chinesische Sportmacht ein weiteres Mal auf Distanz gehalten werden. Andere Nationen blicken indes ob so viel Potenzials neidisch in das Lager der US-Truppe. Phillips: "Das Beste ist, dass wir so viele gute Athleten haben, das andere Länder unsere Fünften und Sechsten gut gebrauchen könnten." (apa)
