Happy-End nach großen Verwirrungen: Kate Allen lief allen Zweifeln davon
- "Ohne meinen Mann hätte ich das nicht geschafft"
- BILDER der Siegesfeier und des Sensationserfolges
·Känguru-Kate hat
es allen gezeigt!
BILDER der Siegesfeier & des Sensationserfolges
·BILDER der Feier & des Erfolgs von Allen
Klicken Sie sich durch den Triumph der 34-Jährigen
·Der Steckbrief: Das ist "Gold Kate"!
Die 34-jährige stammt aus Geelong in Australien
·Gold für Kate Allen!Alle Reaktionen!
Österreich gratuliert der Ausnahme-Sportlerin
·Kate's späte Liebe in Athen vergoldet
Triathlon-Karriere begann erst im Sommer 2000
·Hochzufrieden oder
doch mehr erwartet?
MITREDEN: Wie sieht
Ihre Olympia-Bilanz aus?
·Olympia in Athen: Hirn-Sport für Alle!
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Die vergangenen 14 Wochen haben Kate Allen verwirrt und traurig gemacht. Die Triathletin befand sich mental in einer Krise und hat ernsthaft einen Startverzicht bei den Olympischen Spielen erwogen. Denn für die 34-Jährige war seit Beginn der Olympiakampagne klar gewesen, sie geht in Athen nur an den Start, wenn sie eine Medaillenchance hat. Und die hatte sie aus ihrer Sicht mit dem zuletzt schlechten Verlauf des Schwimmtrainings verloren. Also schulte sie ihren Geist, dass er zufrieden ist mit einem Platz unter den ersten 15, ging in Athen an den Start und wurde Olympiasiegerin.
Vielleicht war das Loslassen der berühmte Schlüssel zum Erfolg. Vielleicht aber hat sich die Konkurrenz aus den USA und Australien im gemeinsamen Training und Kampf gegen die laufstarke Allen selbst ein Bein gestellt. Vielleicht aber war das Team um die Tirolerin einfach einen Tick klüger gewesen, als es das Hauptaugenmerk auf die Radstrecke legte, deren bis zu 20 Prozent Steigung so manchen Cycling-Profi ins Schwitzen brächte. "Ich habe die Anstiege genau auf dem Ergometer simuliert, immer wieder. Ich bin drinnen gewesen und habe auf die Wand gestarrt und draußen schien die Sonne", ist Indoor-Sport für Allen nur ein Muss, aber keine Alternative.
Die Qual hat sich gelohnt, wenn nicht bei einem Olympiasieg, wann dann. Aber was nützte im Vorfeld die beste Rad-Form des Lebens, wenn einem der Ablauf des Schwimmtrainings ("Ich konnte nicht nach Plan arbeiten, es ging einfach nicht") die Tränen in die Augen treibt. Allen war verzweifelt, gestresst. "Es war schrecklich. Ich hatte die perfekte Vision von Olympia, und dann hat einiges nicht geklappt. Ohne meinen Mann hätte ich das nie geschafft, er hat alles zusammen gehalten in den vergangenen drei Monaten. Er hat an mich geglaubt in Zeiten, in denen ich mental nicht so stark war. Ich muss ihm für alles danken." Der Mann ist Marcel Diechtler, den sie 1995 im Zuge einer Weltreise in Kitzbühel kennen lernte und der sie zum Triathlonsport brachte.
Brütende Hitze als Verbündete
Der Medizinstudent hat den Erfolg seiner Frau erst nach einigen Minuten erfahren. Er war ein paar Kilometer vor dem Ziel an der Laufstrecke gestanden und hatte ihr zugeschrien, dass sie noch Silber holen kann. Eine Kitzbüheler Freundin von Kate rief ihn kurz darauf an und war die Überbringerin der so erfreulichen Botschaft, denn er wusste nicht, was sich am Ende zugetragen hatte. Allen hat versucht, den Triumph wie einen Weltcupsieg zu sehen, um die Emotionen besser fließen lassen und verstehen zu können. Es ist ihr nicht gelungen, denn Olympia ist Olympia.
Nach dem für sie sehr starken Auftritt im Wasser ("Es lief so toll, ich habe keinen Schlag bekommen, normalerweise ist das anders, weil ich immer bei den langsamsten bin und geschlagen werde") und der tollen Zeit auf dem Rad war Allen auf den finalen zehn Lauf-Kilometern die mit Abstand Schnellste. Denn sie hat auch die Hitze als Gegner richtig einzuschätzen gewusst. "Es gab alle 600 m Wasser, eiskalt, auch gut zum über den Kopf schütten." Sie hat alles richtig gemacht, nicht wie andere Triathletinnen oder wie Marathonläuferin Paula Radcliffe, die sie sehr bewundert. "Sie hat mit der Hitze einen Fehler gemacht, es hat mir für sie sehr Leid getan, dass sie aufgeben musste."
Möglicherweise wird Kate Allen bis Peking 2008 weiter machen, in den nächsten zwei Jahren will sie sich aber wieder auf die Langdistanz konzentrieren. "Ich habe den Ironman in Klagenfurt und auf Hawaii geplant", sagt die Ironman-Siegerin von 2003 rund um den Wörthersee. (apa/red)
