1. EC-Sieg bei englischem Klub: GAK schrieb trotz Out in Liverpool Geschichte
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Der GAK kann trotz des verpassten Einzugs in die Champions League erhobenen Hauptes bilanzieren. Der sensationelle Sieg an der Anfield Road war der erste Erfolg eines österreichischen Vereins im Europacup in England. Bislang gab es 14 Niederlagen und nur ein Remis.
Trainer Walter Schachner zeigte sich von der Darbietung seiner Schützlinge tief beeindruckt. "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Mir stehen fast die Tränen in den Augen, wenn ich unsere Leistung Revue passieren lasse", schwärmte der 47-Jährige. "Vor allem die Art und Weise, wie wir gewonnen haben, war etwas Besonderes. Wir haben in der zweiten Hälfte dominiert, Liverpool hinten eingeschnürt", sagte "Schoko", dessen Elf den "Reds" die erste Pflichtspiel-Niederlage unter Neo-Coach Rafael Benitez zufügte.
In 105 Europacup-Heimspielen hat Liverpool gegen den GAK erst die achte Heim-Niederlage bezogen, nach einem Auswärtssieg setzte es überhaupt zum ersten Mal eine Heim-Niederlage.
"Dürfen Aufstieg nicht nachtrauern"
Seine Kicker hätten einen "super Tag" erwischt, daher seien Anweisungen von der Trainerbank überflüssig gewesen, sagt Schachner. "Ich war während des ganzen Spiels so ruhig wie selten zuvor und habe einfach nur mit Freude zugeschaut. Ein Wahnsinn, wie Spieler wie Gerrard, Baros oder Cisse aus dem Spiel genommen wurden", meinte der Erfolgscoach.
Angesichts dieser GAK-Vorstellung trat völlig in den Hintergrund, dass das große Saisonziel - erstmaliger Einzug in die Champions League - nicht erreicht worden war. "Trotzdem darf man dem Aufstieg nicht nachtrauern. Gegen so eine Top-Mannschaft muss man als klarer Außenseiter zwei sehr gute Tage erwischen, und beim 0:2 in Graz waren wir eben nicht gut", analysierte Schachner.
Form konservieren
Nun gelte es, die Anfield-Form für die Meisterschaft zu konservieren und nicht wie im vergangenen Jahr nach dem knappen Out gegen Ajax in ein mehrwöchiges Tief zu schlittern. "Alle Spieler haben heute 120 Prozent gegeben und müssen diesen Kraftakt erst verdauen. Aber auf die Psyche wirkt sich dieses Spiel sicher gut aus."
Schachner hält auch positive Nachwirkungen für den WM-Qualifikationsauftakt gegen England am 4. September in Wien für möglich. "Das müsste eine Moralinjektion für den österreichischen Fußball sein. Es kochen alle nur mit Wasser. Was spricht dagegen, England zu schlagen? Nur der Name", machte der Coach der ÖFB-Auswahl Mut.
Dieser Meinung schloss sich Teamspieler Emanuel Pogatetz an. "Man hat gesehen, dass auch gegen England etwas drin ist", so der Verteidiger, der so wie seine Mannschaftskollegen von den Fans mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. "Ein beeindruckendes Erlebnis. Ich habe Gänsehaut bekommen, so etwas vergisst man sein Leben lang nicht", erklärte er.
Super-Tor von Tokic
Bereits beim Siegestreffer durch den Prachtschuss von Tokic (der erst vierte Treffer eines ÖFB-Klubs in England) hatten die Liverpool-Anhänger anerkennend applaudiert. "In England herrscht einfach eine andere, positivere Fußball-Kultur", war GAK-Präsident Rudi Roth vom Verhalten der Fans begeistert. Der Klub-Chef jubelte nach dem Schlusspfiff über ein "Jahrhundertspiel" und einen "Sieg für die Ewigkeit. Im Fußball ist alles möglich, trotz gewaltiger Budget-Differenzen", so Roth, der hofft, dass die "Rotjacken" den Meistertitel wiederholen können und es im kommenden Jahr im vierten Versuch mit der Qualifikation für den Hauptbewerb klappt.
Derzeit steht aber aus internationaler Sicht der UEFA-Cup im Mittelpunkt, die Auslosung der ersten Runde erfolgt am Freitag (13:00) in Monaco. Die Grazer haben sich die Qualifikation für die zweite Runde und damit für die neu geschaffene Gruppenphase (Roth: "Das wäre für unsere Finanzen wichtig") zum Ziel gesetzt, Unterstützung für dieses Vorhaben durch neue Spieler wird es vorerst jedoch wohl nicht geben. Mögliche Kandidaten sind entweder zu teuer oder entsprechen nicht dem Anforderungsprofil von Schachner, der aus diesem Grund verstärkt auf seine jungen Akademie-Kicker setzen will.
Mit fertigen Spielern vergrößert wird der Kader ziemlich sicher erst im Winter, bis dahin ist einmal Verkleinern angesagt: Ilco Naumoski und Michael Goossens sollen den Verein so schnell wie möglich verlassen. Laut Sportdirektor Hannes Weninger stehen die Chancen gut, Beide schon in den kommenden Tagen von der Gehaltsliste streichen zu können. Goossens könnte nach Belgien zurückkehren, ein Transfer von Naumoski zu Malatyaspor in die Türkei scheiterte aber am Dienstag.
(apa/red)
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