Mittwoch, 25. August 2004

Schiri als schlechter Kartenspieler: Aufhauser sah zweimal Gelb und nicht Rot

  • Auch Liverpool bemerkte den "kleinen Fehler"
  • Schachner: "Hätte es bei 2:0 oder 3:1 selbst angezeigt"

Guter Kartenspieler ist Luis Medina Cantalejo offenbar keiner. Der Schiedsrichter zeigte Rene Aufhauser beim CL-Quali-Spiel des GAK in Liverpool zweimal Gelb und nicht Gelb/Rot.

"Bei zwei habe ich aufgehört zu zählen", schmunzelte der Kapitän auf die Frage, wie oft er vom Schiedsrichter verwarnt worden sei. "Wahrscheinlich sind Amerhauser und ich zum ersten Mal in positiver Hinsicht miteinander verwechselt worden", vermutete der Teamspieler.

Bei Aufstieg hätte Neuaustragung gedroht
Gar nicht positiv hätte das Missgeschick von Medina Cantalejo ausgehen können, hätten die Grazer die Qualifikation für die Champions League geschafft. In diesem Fall wäre ein Protest der Engländer wohl sicher gewesen und die UEFA hätte wohl ebenso auf Neuaustragung entschieden wie vor drei Jahren, als bei FC Tirol - Lok Moskau der Russe Pimenow zwei Mal Gelb sah und weiterspielte.

So weit wäre es aber laut Trainer Walter Schachner gar nicht gekommen. "Bei einem Stand von 2:0 oder 3:1 für uns wäre ich selbst aufs Spielfeld gelaufen und hätte es dem Schiedsrichter angezeigt."

So wie den Österreichern ist auch Liverpool der Fehler des Schiedsrichters aufgefallen. "Wir haben es gesehen, das war ein kleiner Fehler", sagte Trainer Rafael Benitez. Im Lager der Engländer herrschte weniger Aufregung als vielmehr Erleichterung nach dem mühevollen Aufstieg in die Hauptrunde, Gedanken an eine Anfechtung des Ergebnisses kamen natürlich nicht auf.

Referee Cantalejo verteidigte gegenüber der UEFA seine "Kartenspiele" an der Anfield Road. Der Spanier versicherte in seinem offiziellen Bericht, dass die Gelbe Karte in der 68. Minute GAK-Spieler Gernot Sick, und nicht Aufhauser gezeigt wurde. Die UEFA wartet nun auch noch auf den Bericht des offiziellen UEFA-Beobachters.

Kein GAK-Protest
Und die Grazer können sich die 1.000 Schweizer Franken Protestgebühr sowieso sparen, müssten sie vor der UEFA doch glaubhaft machen, dass sie durch den Nicht-Ausschluss benachteiligt worden wären - abgesehen davon, dass sie den eigenen Sieg und damit den wohl größten Erfolg der Vereinsgeschichte auf internationaler Ebene anfechten würden.

(apa/red)

25.8.2004 10:54