0:9-Debakel hat ein Nachspiel: Bregenz verhängt Geldstrafe über die Spieler
- Niederländischer Trainer Regi van Acker bleibt im Amt
- PLUS ABSTIMMEN: Welcher Trainer fliegt als 1. raus?
·9:0 - Austria bombt Bregenz in die Krise!
Höchster BL-Sieg für Violett. PLUS: Reaktionen
·Dritthöchster Sieg der BL-Geschichte
Zweithöchster Erfolg in einem Auswärtsspiel
·Welcher Trainer
geht als nächster?
UMFRAGE: Wessen Stuhl ist am unsichersten?
·Diskutieren Sie mit anderen Kicker-Fans
MITREDEN: Ihre Meinung zur österreichischen Liga
·Bundesliga 2007/08: Ergebnisse & Tabelle!
Auslosung, Tore & mehr: Infos zur aktuellen Saison
Am Tag nach dem 0:9-Debakel gegen die Wiener Austria tagte in Bregenz rund zwei Stunden der Klub-Vorstand. Als vorerst einzige Konsequenz konnte sich das Vereinsgremium zu einer Geldstrafe in unbekannter Höhe gegen die Mannschaft durchringen. Coach Regi van Acker bleibt im Amt. Auf Seiten der Violetten sah Berater Otto Baric Austrianer mit "maximaler Einstellung".
Die Verantwortlichen präsentierten sich so wie am Vorabend die SWB-Spieler auf dem Rasen. Sie ließen jegliche Aggressivität vermissen, sondern schienen wie Dickhaut und Co. paralysiert und sich ihrem Schicksal zu ergeben. Man hatte fast den Eindruck, als wisse keiner so recht, was zu tun sei. Diese Situation dürfte den Trainer eher stärken, denn in Frage zu stellen. Dass noch keine Rede davon sei, den Trainer rauszuwerfen, hatte Präsident Hans Grill ja schon unmittelbar nach dem Schlusspfiff gesagt. "Die Spieler standen auf dem Platz wie Bäume", lautete des vernichtende Urteil von Grill.
Grill: "Werde nicht mehr so sehr auf die Trainer horchen"
Die Vorarlberger, die seit nunmehr schon zehn Runden (am 23. April 3:2 daheim gegen SV Mattersburg) ohne Erfolgserlebnis sind und weiterhin das Tabellenende der T-Mobile-Bundesliga zieren, werden sich nun verstärkt auf die Suche nach einem Innenverteidiger begeben. Wenngleich sie wissen, dass das auch kein Allheilmittel ist. Grill meinte dazu: "Ich werde bei der Verpflichtung neuer Spielern nicht mehr so sehr auf die Trainer horchen, sondern mich selber vorher noch besser informieren." Und alle hoffen, dass die schwarze Serie am Wochenende mit einem Sieg in Graz gegen Sturm gestoppt wird.
Schepens: "Das war eine Schande"
Am 3. Oktober 2003 hatten die Schwarz-Weißen die Austria im Bodensee-Stadion noch 4:2 besiegt. Mit Toja, Bolter, Vuk, Geiger, Nzuzi, Dickhaut und Schepens waren von damals am Sonntag noch sieben Mann mit von der Debakel-Partie! Letzterer schüttelte fassungslos den Kopf und stammelte: "Für diese Leistung gibt es keine Worte, das war eine Schande." Er nahm aber seinen belgischen Landsmann in Schutz. Trainer van Acker könne nichts dafür. Der Angesprochene fühlt sich von seiner Mannschaft "teilweise im Stich gelassen". Er habe aber auch nicht mehr die Qualität wie in der vorigen Saison zur Verfügung.
Kronsteiner kann nach dem 9:0 scherzen
Vor den Augen von Otto Baric, der erstmals als persönlicher Berater von Frank Stronach auf der Tribüne saß und vor allem von der "maximalen Einstellung der Austrianer" angetan war, spielten und schossen sich unter der blendenden Regie von Ivica Vastic die aufblühenden Veilchen ihren ganzen Frust der vergangenen Wochen von der Seele. "Wenn Baric wirklich der Grund war, dann kaufe ich ihm ein Jahres-Abo", meinte Austrias Teammanager Günter Kronsteiner mit einem Lächeln im Gesicht.
Spielrausch trotz Kritik im Vorfeld
"Wir haben in dieser Saison erst ein Mal verloren, waren zumeist die bessere Mannschaft, sind aber trotzdem wie Kriegsverbrecher hingestellt worden", erinnerte Kronsteiner. Er habe immer gewusst, dass seine Mannschaft intakt sei. Natürlich ist auch dem Teammanager nach fünf sieglosen Pflichtspielen durch den beeindruckenden Erfolg ein "großer Stein vom Herzen" gefallen. Seine Mannen hätten sich trotz der Kritik in einen Spielrausch gesteigert, wunderbar kombiniert und Ballast abgeworfen.
Motivationsschub, mehr nicht
Im Hinblick auf das UEFA-Cup-Rückspiel am Donnerstag im Wiener Horr-Stadion gegen Illischowez Mariupol (20.45 Uhr/live Premiere) bremst der Steirer, der am 14. September seinen 51. Geburtstag feiert, aber vor allzu großer Euphorie. Dieses Resultat sei nicht die Norm in der Liga. "Das 9:0 ist sicher ein Motivationsschub, aber dieses Spiel ist wieder eine ganz andere Sache, der ukrainische Fußball ist stark, Mariupol um drei Klassen stärker als Bregenz." Die Violetten, die vielleicht wieder Afolabi zur Verfügung haben, beginnen gegen die Ukrainer bei 0:0.
(apa/red)
