Freitag, 27. August 2004

Schumi ist Weltmeister: Zweiter Platz in Spa genügt, Klien sensationell Sechster!

  • Siebenter Titel für den erfolgreichsten Fahrer aller Zeiten
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Großer Jubel in Spa: Michael Schumacher ist zum siebenten Mal Formel 1-Weltmeister! Dem 35 Jahre alten Ferrari-Piloten reichte beim Großen Preis von Belgien in Spa-Franchorchamps ein zweiter Platz hinter dem Finnen Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) zum vorzeitigen Titelgewinn im 14. von 18 WM-Läufen. Sein Teamkollege Rubens Barrichello wurde Dritter, damit kann Schumacher nicht mehr eingeholt werden.

Mit seinem Titelgewinn im Ferrari-Jubiläumsrennen auf dem anspruchsvollen Ardennenkurs unweit seiner Heimatstadt Kerpen stellte der 35-jährige Rheinländer einen weiteren Weltrekord auf: Zwei Wochen nach dem sechsten Konstrukteurs-Titel in Serie für Ferrari sicherte sich Schumacher im 700. Grand Prix von Ferrari als erster Fahrer in der 55-jährigen Grand-Prix-Geschichte den fünften Fahrer-Titel hintereinander.

"Das ist ein grandioser Tag"
"Natürlich hätte ich diesen besonderen Tag gerne mit einem Sieg gefeiert, aber wir waren heute nicht stark genug", gestand Schumacher. Selten noch wird ihm ein verpasster Sieg so egal gewesen sein wie diesmal. "Das ist ein grandioser Tag, den wir dementsprechend feiern werden", sagte er und verwies auf seine besondere Beziehung zu Spa. "Dafür gibt es viele Gründe. Heute ist einer dazu gekommen!"

Das gefürchtete Rennen, bei dem es 1998 den größten Massencrash nach dem Start gegeben hatte, erlebte schon unmittelbar nach dem Beginn zwei Unfälle. Erst kollidierten BAR-Honda-Pilot Takuma Sato und Jaguar-Fahrer Mark Webber, kurz nach der "Mut-Kurve" Eau Rouge knallte Nick Heidfelds italienischer Teamkollege Giorgio Pantano in den havarierten Minardi seines Landsmannes Gianmaria Bruni, worauf das Safety-Car für vier Runden auf die Strecke ging. Der Österreicher Christian Klien überstand diese heikle Phase im Jaguar unversehrt und wurde am Ende mit Platz sechs und den ersten (3) WM-Punkten belohnt.

Auch Barrichello musste außerplanmäßig schon in den ersten Umläufen zwei Mal an die Box zur Reparatur. Doch der Brasilianer kämpfte sich im Laufe des Rennens wieder heran. Auch Schumacher büßte beim Start gleich zwei Plätze ein und ging als Vierter in die Safety-Car-Phase. Nach deren Ende überrumpelten auch Räikkönen und Montoya den Seriensieger. Bis zur elften Runde hing Schumacher auf Rang sechs fest.

Alonso dreht sich ins Aus
Schumachers Konkurrenten im Kampf um den Sieg machten sich indes gegenseitig das Leben schwer oder wurden Opfer technischer Defekte: Erst drehte sich der an der Spitze liegende Spanier Fernando Alonso wegen eines Defekts am Renault und rutschte wenig später ins Kiesbett. Silberpfeil-Pilot David Coulthard musste wegen eines kaputten rechten Hinterreifens und im Finish nach einer Kollision mit dem Jaguar von Klien noch einmal an die Box schleichen und wurde am Ende trotzdem Siebenter. Montoya schoss in der 20. Runde Renault-Pilot Jarno Trulli, der am Samstag die Pole Position erobert hatte, von der Strecke und fiel später ebenso aus wie der lange auf Platz drei fahrende Williams-BMW-Teamkollege Pizzonia.

Nach dem ersten Tankdurchgang des Führungsquintetts bis zur 16. Runde fand sich Schumacher mit 12,9 Sekunden Rückstand auf den führenden Räikkönen auf Platz fünf wieder, überholte wenig später aber Trulli. Es war ein bemerkenswerter Moment, nämlich Schumachers erstes wirkliches Überholmanöver heuer auf der Strecke. In der 31. Runde musste erneut das Safety-Car raus, nachdem bei Jenson Buttons BAR-Honda der rechte Hinterreifen geplatzt war und er Zsolt Baumgartner im Minardi von der Strecke schoss.

Das hätte Schumacher fast doch noch eine Siegchance gegeben, denn er nutzte die Situation zu seinem zweiten Boxenstopp und lag nach Ende der Safety-Car-Phase direkt hinter Räikkönen. Vier Runden vor dem Ende kam es noch zu einer dritten Safety-Car-Phase, weil Coulthard beim Überholversuch ins Heck von Kliens Jaguar gedonnert war. Doch Schumacher verzichtete am Ende auf einen Angriff auf Räikkönen und gab sich mit Platz zwei zufrieden. Der reichte nämlich zum vorzeitigen Gewinn des siebenten WM-Titels.
(apa/red)

27.8.2004 15:40
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