Nervenflattern in Spa: Klien steht vor seinem bisher schwierigsten Grand Prix
- Nach Red Bull-Rückzug folgt Kampf ums zweite F1-Jahr
- Klien Senior: "Spekulationen überlassen wir anderen"
·Endstand in der Formel 1-WM 2004
Endergebnis bei Fahrern und den Konstrukteuren!
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Wird es in der nächsten Saison spannender?
Christian Klien geht in Spa-Francorchamps unter geänderten Voraussetzungen in seinen 13. Grand Prix. Nach dem angekündigten Ende der Zusammenarbeit von Red Bull mit Ford/Jaguar muss der F1-Neuling aus Vorarlberg mehr denn je mit guten Leistungen um seinen Vertrag für 2005 kämpfen. Was schwierig genug ist, weil Jaguar bisher eine äußerst mäßige Performance gezeigt hat.
Vater und Manager Johannes Klien ist aber überzeugt, dass sein 21-jähriger Sohn der Sache gewachsen ist. "Er ist zwar relativ jung, aber sicherlich in der Lage, sich auf die kommenden Rennen zu konzentrieren", betonte Kliens Vater im Vorfeld des Rennens in Spa. Vermutungen, wonach sein Sohn wegen des Red-Bull-Rückzuges schlechtere Chancen auf eine Vertrags-Verlängerung habe, wollte Klien sen. nicht kommentieren. "Christian will nun in erster Linie gute Leistungen zeigen, Spekulationen überlassen wir anderen."
Sein Sohn habe zwar bisher tatsächlich einige Möglichkeiten auf WM-Punkte nicht ausgenutzt, man dürfe aber nicht übersehen, dass Jaguar ein deutlich schwierigeres Jahr habe als 2003. Johannes Klien: "Selbst der erfahrene Mark Webber hat erst sieben WM-Punkte und damit deutlich weniger als im Vorjahr."
In der Tat hat das Jaguar-Team bisher eine äußerst dürftige Vorstellung gezeigt und liegt in der Konstrukteurs-WM nur auf Platz acht. Lediglich die finanzschwachen Teams von Jordan und Minardi sind hinter den lahmenden "Raubkatzen". Besonders krass trat dies zuletzt im Ungarn-GP zu Tage. Im Vorjahr hatte Webber dort Platz sechs belegt, diesmal wurde sogar der schnelle Australier, der kommende Saison bei Williams-BMW fährt, überrundet. "Alle dachten, dass Budapest wieder super wird. Deshalb muss man auch in Spa erst die Performance des Autos abwarten", lautete die Prognose von Klien sen.
Schwieriges Jahr für F1-Rookies
Dazu komme, dass Neulinge wie sein Sohn durch die neue Regelung heuer weniger Runden im freien Training fahren können und auch weniger Reifensätze als noch im Vorjahr zur Verfügung haben. "Alles zusammen ist es heuer für junge Piloten deutlich schwieriger geworden, sich zu etablieren", gibt Johannes Klien zu bedenken.
In Summe sei aber auch aus dem Jaguar-Team zu hören, dass die Leistung von Christian in die richtige Richtung gehe. "Er ist ein Neuling aber trotzdem viel näher am Teamkollegen Webber dran als etwa im Vorjahr Pizzonia", sagte der Architekt. "Zu erwarten, dass er ihn im ersten Jahr gleich schlägt, wäre übertrieben gewesen."
Offensichtlich muss es auch nicht so sein, dass Jaguar schon nach Monza die Option auf den Österreicher einlöst. Ob es nach den Entscheidungen der Ford-Chefs in den USA 2005 Jaguar als Formel-1-Marke überhaupt noch geben wird, ist aber ohnehin offen.
In Spa beginnt für Christian Klien die Saison aber damit so richtig. "Christian muss durch seine Leistung weiterkommen und sich für ein zweites Jahr empfehlen", weiß auch Johannes Klien. "Aber das ist keine Überraschung, das war ja von Anfang an so." Dass sein Sohn unter diesem besonderen Druck auf der Jagd nach dem ersten WM-Punkt über das Limit gehen könnte, glaubt er nicht. "Christian kann mit Druck umgehen, er weiß, wo sein Potenzial liegt. Und er freut sich riesig auf das Rennen." Christian Klien selbst weiß: "Jeder Pilot in der Formel 1 hat Druck. Ich kann damit umgehen." (apa/red)
