Italiener greifen hart durch: Nach Wett- skandel Strafen über Klubs verhängt
- Serie-B-Klub Modena wird fünf Punkte abgezogen
- Ex-Modena-Spieler Marasco für drei Jahre gesperrt
Die Disziplinarkommission des italienischen Fußballverbands (Figc) hat nach dem ausgedehnten Wett-Skandal am Mittwoch strenge Strafen verhängt. Die Kommission beschloss, dem Serie-B-Klub Modena fünf Punkte abzuziehen. Der frühere Modena-Spieler Antonio Marasco wurde zudem für drei Jahre gesperrt.
Relativ glimpflich davon gekommen sind hingegen die Erstligisten Chievo (37.000 Euro Geldstrafe) und Sampdoria (15.000 Euro). Wie Marasco gesperrt wurden Ex-Siena-Tormann Generoso Rosso (ein Jahr) und Ex-Sampdoria- und Team-Verteidiger Stefano Bettarini (fünf Monate). Die verurteilten Spieler und Trainer können Einspruch gegen das Urteil erheben.
Freigesprochen wurden hingegen der Serie-A-Verein Siena, Inter-Spieler Nicola Ventola und Ex-Chievo-Trainer Luigi Del Neri. Sienas Ex-Coach Giuseppe Papadopulo soll für fünf Monate gesperrt werden.
Die vors Gericht geladenen Spieler, Trainer und Funktionäre sollen auf die zuvor abgemachten Resultate hohe Geldbeträge gesetzt und danach von den Wettbüros enorme Gewinne kassiert haben. Dabei ist es allen Beschäftigten im Profi-Fußball verboten, auf Spiele zu wetten.
Der Verband war den mutmaßlichen Wettbetrügern durch einen Hinweis der Anti-Mafia-Ermittler in Neapel auf die Schliche gekommen. Einige Profi-Fußballer hatten Kontakt zu Mitgliedern der neapolitanischen Camorra. Bei Abhöraktionen stieß die Polizei im Frühjahr zufällig auf die Ergebnisabsprachen unter den Fußballern, die dann zum Teil verschlüsselt an die Komplizen in Neapel weitergegeben wurden. Auch diese wetteten große Summen auf die abgesprochenen Ergebnisse.
(apa)
