Ende der Geiselnahme im Irak? Franzosen sind noch immer nicht frei!
- Partnerin von einem der Männer: "Freilassung steht nicht umittelbar bevor"
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Kämpfe im sunnitischen Rebellengebiet des Irak haben am Freitag möglicherweise eine bereits eingefädelte Freilassung der dort vor zwei Wochen verschleppten französischen Journalisten verhindert. Die Reporter Christian Chesnot und Georges Malbrunot hätten nach Angaben eines ihrer Arbeitgeber in einem Autokonvoi zum Flughafen aufbrechen sollen. Am Abend erklärte Malbrunots Partnerin Sylvie Cherpin jedoch: "Die Freilassung steht nicht unmittelbar bevor."
Es gehe nicht um Stunden, sagte Cherpin Journalisten. Das französische Außenministerium habe ihr erklärt, dass das Geiseldrama sogar noch "mehrere Tage dauern könnte". Die Geiseln halten sich offenbar im Rebellengebiet von Falluja westlich von Bagdad auf. Französische Korrespondenten berichteten, Kampfeinsätze der US-Truppen in der Region machten es für einen Konvoi schwer, sich dort unbehelligt zu bewegen. Eine Freilassung während der Nacht wurde als unwahrscheinlich angesehen, weil die USA Nachtflüge nicht zulassen und Fahrten in dem Rebellengebiet unsicher sind.
Der Informationsdirektor von Radio France International, Alain Ménargues, hatte am Nachmittag erklärt, die Geiseln seien in Begleitung von Unterhändlern und hätten "40 oder 50 Kilometer" zum Flughafen vor sich. Auf diesem Weg gebe es aber viele politische oder religiöse "Fraktionen und Gruppen, die eingreifen können". Die Entführer brauchten zudem Sicherheit, unbehelligt von irakischen oder US-Kontrollen durchfahren zu können.
Das französische Außenministerium erklärte, die beiden Journalisten seien "am Leben, aber nicht außer Gefahr". Außenminister Michel Barnier setze von Amman aus seine Kontakte fort, um ihre Freilassung zu erreichen. Eine Abfahrt der Journalisten zum Flughafen sei nicht bestätigt worden. "Das ist noch nicht gewonnen."
Die Gruppe "Islamische Armee im Irak" hatte von Frankreich vergeblich ultimativ die Rücknahme des Verbots islamischer Kopftücher an Schulen verlangt. Auf einer arabischen Islamisten-Internetseite tauchte am Freitag ein Brief im Namen einer "Islamisch Irakischen Armee" auf, die eine "Fatwa" (islamisches Rechtsgutachten) von Terroristenanführer Osama bin Laden zum Schicksal der Journalisten erbittet. Laut Ménargues wurden die Franzosen dagegen nicht "aus politischen, sondern aus rein finanziellen Gründen" gekidnappt.
Ein Vertreter des radikalen Schiiten-Predigers Moktada el Sadr sagte beim Freitagsgebet vor 3000 Geistlichen in der großen Moschee von Kufa (Qufa), die Geiselnehmer sollten die französischen Journalisten so schnell wie möglich freilassen, "weil derartige Aktionen dem irakischen Widerstand gegen die US-Besatzung schaden". Die Übergangsregierung von Ministerpräsident Iyad Allawi wurde aufgefordert, alle Anhänger der Sadr-Bewegung aus den Polizeigefängnissen zu entlassen. (apa)
