Sonntag, 29. August 2004

Terrergefahr: Kabul nach Taliban-Bombenanschlag in Alarmbereitschaft

  • Bombe explodiert im Zentrum für Terrorbekämpfung
  • Fünf Verletzte bei Raketenangriff in Pakistan

Einen Tag nach dem folgenschweren Bombenanschlag in Kabul war die afghanische Hauptstadt in erhöhter Alarmbereitschaft. Sicherheitsexperten rechneten mit weiteren Anschlägen. Die US-Botschaft und Vertretungen anderer westlicher Regierungen baten ihre Mitarbeiter, sich nur eingeschränkt zu bewegen und überfüllte Einkaufsstraßen sowie vorwiegend von Ausländern besuchte Lokale zu meiden.

Im Stadtteil Shar-e-Nau, in dem die UNO und internationale Hilfsorganisationen ihre Büros haben, patrouillierten zahlreiche Soldaten der NATO-geführten Truppen. Afghanische Polizisten waren vor UNO-Gebäuden postiert. Die Straßen in der Nähe des Ortes, wo die Bombe explodierte, waren abgesperrt.

Bei dem schwersten Anschlag in Kabul seit Ende 2003 wurden mindestens sieben Menschen getötet und mindestens 22 verletzt. Unter den Todesopfern waren jüngsten Angaben der NATO-geführten Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) zufolge drei US-Bürger und drei Afghanen; ein US-Bürger und zwei Nepalesen wurden demnach verletzt. ISAF-Sprecher Ken MacKillop sagte, diese Angaben bezögen sich lediglich auf die Menschen im ISAF-Feldlazarett etwa 15 Kilometer östlich von Kabul. Bei solchen Anschlägen sei es schwierig, präzise und verlässliche Angaben zu bekommen.

Zuvor hatte die afghanische Präsidentschaft mitgeteilt, bei den sieben Toten handele es sich um zwei US-Bürger, drei Nepalesen und zwei Afghanen, unter ihnen ein Kind. Zu dem Attentat mit einer Lastwagenbombe hatten sich die radikalislamischen Taliban sowie das El-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden bekannt. (apa/red)

29.8.2004 10:32