Freitag, 27. August 2004

Boom der Kunstdiebstähle: FORMAT mit den spektakulärsten Fällen der letzten Jahre

  • Von van Gogh bis Edvard Munch - die wertvollsten Kunstraube
  • 150.000 Werke sind als verschollen verzeichnet

Die Chance, gestohlene Kunstwerke wiederzufinden, ist gering. Nur ein Viertel davon taucht wieder auf, oft erst Jahre nach dem Raub, zeigt die Kriminalstatistik. Beim Art Loss Register, einer internationalen Suchstelle für Raubkunst, sind rund 150.000 verschwundene Werke verzeichnet.

Für immer verloren
Neun Gemälde führender deutscher Expressionisten werden im April aus dem Brücke-Museum gestohlen. Die Bilder (Gesamtwert: 3,4 Mio. Euro) tauchen bei einer Hausdurchsuchung wieder auf, eines davon ist in der Mitte durchgeschnitten - Max Pechsteins "Junges Mädchen".

Stéphane Breitwieser baute bei Diebstouren durch europäische Museen zwischen 1995 und 2001 seine private Sammlung auf. Die 239 Werke sind zerstört: Breitwiesers Mutter warf sie nach dessen Festnahme in einen Fluss.

Verschollen
In Rom, 1998, und Stockholm, 2000. Drei bewaffnete Räuber stehlen im Mai 1998 zwei van Goghs und einen Cézanne aus dem Museum für moderne Kunst in Rom. Bilder und Täter wurden nie gefunden. Im Dezember 2000 rauben zwei Bewaffnete im Nationalmuseum in Stockholm Gemälde von Rembrandt und Renoir im Gesamtwert von 32,2 Mio. Euro. Auch diese Tat wurde nicht aufgeklärt.

Eines der wertvollsten geraubten Werke ist "Untitled" (1926) des Kubisten Juan Gris. Das auf fast eine halbe Million Dollar geschätzte Stillleben wurde im April 2004 aus einem Privathaus in Missouri, USA, entwendet.

Zwei Frühwerke von van Gogh werden bei einem Einbruch ins Van-Gogh-Museum geraubt und sind seither verschollen. "Seebad in Scheveningen" (1882, Foto) und "Die Gemeinde verlässt die reformierte Kirche in Nuenen" (1884) werden auf je 3 Millionen Euro geschätzt.

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27.8.2004 12:38