Donnerstag, 26. August 2004

US-Generalmajor räumt Folterungen in Abu Ghraib ein: "Es gab einige Fälle"

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Erstmals hat ein General der US-Armee eingeräumt, dass US-Soldaten im Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad irakische Gefangene gefoltert haben. Ein Offizier, der eine Einheit des militärischen Geheimdienstes befehligte, könne angeklagt werden, sagte Generalmajor George Fay am Mittwoch bei der Vorlage seines Berichtes im US-Verteidigungsministerium.

"Es ist ein hartes Wort, und ich denke, für einige Fälle ist es unglücklicherweise angemessen", sagte Fay. "Es gab einige Fälle, in denen Folter angewandt wurde." Was genau er als Folter bezeichnet, sagte Fay nicht. Der Bericht, den Fay zusammen mit Generalleutnant Anthony Jones erarbeitet hat, ergibt zudem, dass an der Misshandlung Gefangener mehr US-Soldaten und Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen beteiligt waren als bekannt.

Danach waren 23 Soldaten des militärischen Geheimdienstes und vier private Wachleute direkt in 44 Fälle von Misshandlungen verwickelt. Sie hätten entweder selbst Gefangene misshandelt oder dazu aufgefordert, ermutigt und Folter geduldet. Zudem seien mindestens acht Gefangene vor Beobachtern des Internationalen Roten Kreuzes versteckt worden. Bisher wurden sieben Militärpolizisten der Misshandlung Gefangener beschuldigt. In dem Bericht werden auch dem ehemaligen Oberbefehlshaber der US-Truppen im Irak, General Ricardo Sanchez, Fehler vorgeworfen.

Die Ermittler nannten zudem den Kommandanten der 205. Militärgeheimdienst-Brigade in Abu Ghraib, Thomas Pappas, gegen den Disziplinarmaßnahmen verhängt werden könnten. Eine strafrechtliche Anklage gegen Pappas könnte folgen.

"Die Misshandlungen reichen von Unmenschlichkeit bis hin zu Sadismus einer kleinen Gruppe moralisch verdorbener Soldaten und Zivilisten", heißt es in dem Bericht. Zudem habe es "einen Mangel an Disziplin eines Teils der militärischen Führung des Militärgeheimdienstes in Abu Ghraib" gegeben.
(apa)

26.8.2004 08:00