Kampf gegen illegale Einwanderer: Berlusconi und Gaddafi arbeiten künftig zusammen
- Berlusconi: "Eine neue Zeit der vollständigen Freundschaft" zwischen Rom und Tripolis könne nun beginnen
Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi und der libysche Staatschef Muammar Gaddafi haben sich auf eine engere Zusammenarbeit bei der Bekämpfung illegaler Einwanderung nach Europa verständigt. Die beiden Politiker seien sich über die Bedeutung der Zusammenarbeit einig gewesen, sagte Berlusconi am Mittwochabend nach einem Treffen mit Gaddafi in der libyschen Hafenstadt Syrte.
Das Problem der illegalen Einwanderung sei nicht nur "ein italienisch-libysches, sondern eines zwischen Europa und Afrika", betonte Berlusconi. Beide Länder seien bereit, "ein altes Streitthema beizulegen und damit zu zeigen, dass die Vergangenheit hinter uns liegt", fügte der italienische Regierungschef vor seinem Rückflug nach Rom hinzu. "Eine neue Zeit der vollständigen Freundschaft" zwischen Rom und Tripolis könne nun beginnen.
Gemeinsame Patrouillen gegen Menschenhändler
Ab 15. September werden italienische und libysche Beamte die Küste Libyens bewachen um den illegalen Flüchtlingsstrom nach Europa zu stoppen. Italienische Beamte werden die lokale Polizei trainieren, zudem sollen drei Aufnahmelager in Lybien errichtet werden. "Dieses Abkommen ist ein Beispiel für Europa und die afrikanischen Länder. Das Problem des Menschenhandels betrifft die ganze EU und Afrika", betonte Berlusconi, der seit seinem Amtsantritt im Jahr 2001 zum dritten Mal Gaddafi besuchte.
Die einstige Kolonialmacht Italien ist einer der Unterstützer bei der Wiedereingliederung Libyens in die internationale Gemeinschaft, seit sich das Land für Anschläge entschuldigt, zu Entschädigungszahlungen bereit erklärt und seinen Verzicht auf ABC- Waffen erklärt hat. Ein Streitpunkt seit Jahrzehnten ist die Forderung Libyens nach Reparationen für die Zeit seit 1911 unter italienischer Besatzung. In den 30er Jahren wurde Libyen zur Kolonie, 1951 wurde es unabhängig.
(apa/red)
