Folterskandal im Irak: Schwere Vorwürfe gegen US-Militärgeheimdienst
- Mitglieder sollen Misshandlungen angeordnet haben
- "Schweres Fehlverhalten und Verlust moralischer Werte"
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Abu Ghraib: Beweise für Folterungen vertuscht
Im Zusammenhang mit dem Folterskandal im irakischen Abu-Ghraib-Gefängnis werden mehrere Mitglieder des US-Militärgeheimdiensts schwer belastet. Sie hätten Misshandlungen angeordnet oder abgesegnet, heißt es in einem am Mittwoch vorgelegten Untersuchungsbericht der Streitkräfte.
23 Geheimdienstmitarbeiter sowie vier Zivilbeschäftigte der Armee stünden in Zusammenhang mit insgesamt 44 Misshandlungsfällen, sagte der Leiter der Untersuchung, General Paul Kern, in einer Pressekonferenz. Weitere acht Geheimdienstmitarbeiter und zwei Zivilbeschäftigte hätten von den Vorfällen gewusst, aber nichts gemeldet.
Weiters wurden dem Untersuchungsbericht zufolge in dem US-Militärgefängnis bei Bagdad acht irakische Häftlinge als so genannte Geister-Gefangene vor dem Internationalen Roten Kreuz versteckt.
In dem Untersuchungsbericht heißt es weiter, die Mehrheit der US-Soldaten habe seinen Dienst ehrenhaft abgeleistet. Bei den restlichen handelt es sich um einzelne Fälle von Mangel an Disziplin sowie Mangel an Führung.
"Wir haben schweres Fehlverhalten und einen Verlust moralischer Werte entdeckt", sagte Kern. Von den 27 direkt beschuldigten Personen seien 23 Soldaten und vier vom Militärgeheimdienst beschäftigte private Verhörspezialisten gewesen. Einigen sei allerdings nicht klar gewesen, welche Techniken sie bei Verhören anwenden durften und welche nicht, heißt es in dem Bericht.
(apa/red)
