Zweiter Guantanamo-Häftling angeklagt:
"Australischer Taliban" vor US-Kommission
- David Hicks erklärt sich für "nicht schuldig"
- Prozess soll am 10. Jänner beginnen
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Bei seiner Anhörung vor einer US-Miltärkommission hat sich der australische Guantanamo-Häftling David Hicks für unschuldig erklärt. Mit einem knappen "nicht schuldig" wies er am Mittwoch die Anklagepunkte Verschwörung zu Kriegsverbrechen, Unterstützung des Feindes und versuchter Mord zurück. Die Kommission beschloss dennoch die Eröffnung eines Militärprozesses gegen den 29-Jährigen, der Ende 2001 in Afghanistan gefangen genommen worden war. Hicks soll in Lagern des Terrornetzwerks Al Kaida ausgebildet worden sein.
Der Prozess gegen Hicks soll am 10. Jänner beginnen. Im Falle eines Schuldspruchs droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Zum ersten Mal seit fünf Jahren sah Hicks am Mittwoch seinen Vater und seine Stiefmutter wieder. Vor der Anhörung durfte er sie 15 Minuten alleine sprechen, nach der Sitzung sollte er Gelegenheit zu einem weiteren Treffen erhalten.
In der Anhörung unterstellte Hicks Chefverteidiger Joshua Dratel einem Mitglied der fünfköpfigen Militärkommission Befangenheit. Christopher Bogdan sei als Oberst der Luftwaffe im Krieg gegen Afghanistan eingesetzt gewesen, sagte der Rechtsanwalt Joshua Dratel am Mittwoch. Er zitierte aus einem Militärbericht, in dem Bogdans "fantastische Ergebnisse bei der Verfolgung und Tötung von Taliban" gelobt werden.
Aus dem Bericht ging nicht hervor, ob Bogdan persönlich Taliban-Kämpfer angriff. Der Oberst erklärte, von konkreten Todesfällen wisse er nichts. Dem zum Islam konvertierten Hicks wird vorgeworfen, an der Seite der Taliban gegen die US-Truppen und ihre Verbündeten gekämpft zu haben.
(apa/red)
