Geiselnahme im Irak: Entführer von Italiener fodern von Rom Truppenabzug!
- Geisel identifiziert sich in Al Jazeera als Journalist Enzo Baldoni. Italien will im Irak bleiben
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Die Entführer eines Italieners im Irak haben nach einem Fernsehbericht am Dienstag von der Regierung in Rom den Abzug ihrer Truppen binnen 48 Stunden gefordert. In einem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera ausgestrahlten Videoband identifizierte sich die Geisel als der italienische Journalist Enzo Baldoni. Kinder senden Video-Appell per Al Jazeera.
Baldoni war am Montag in Nassiriya, der Basis der italienischen Truppen im Irak, als vermisst gemeldet worden. Zu der Entführung bekannte sich in Al Jazeera eine islamistische Gruppe. Baldoni (56) ist freier Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins "Diario".
In dem Video wird auch der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi wegen seiner angeblich anti-islamistischen Haltung angegriffen. Der Mailänder Reporter Baldoni zeige in der Aufnahme seinen Pass, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. "Ich bin Enzo Baldoni aus Italien, ich bin 56 Jahre alt, ich bin Journalist und ich mache freiwillige Sozialarbeit für das Rote Kreuz", sagte der Mann laut Reuters.
Der Sender Al Jazeera berichtete, er habe eine Erklärung einer Gruppe erhalten, die sich selbst als "Islamische Armee im Irak" bezeichnet habe. "Die Gruppe erklärte, sie könne weder für die Sicherheit noch für das Leben der Geisel garantieren, wenn Italien innerhalb von 48 Stunden mit der Entscheidung reagiere, seine Truppen aus dem Irak abzuziehen", zitierte Al Jazeera den auf Arabisch verfassten Text.
Italien zu Geiselnehmern: "Wir bleiben im Irak"
Die italienische Regierung hat am Freitag ihren vollen Einsatz bei der Rettung des im Irak entführten italienischen Journalisten Enzo Baldoni versprochen. Italiens Außenminister Franco Frattini: "Die Entführer wissen genau, dass wir ihre Forderungen nicht annehmen können. Wir werden unsere Truppen abziehen, wenn die interimistische Regierung im Irak uns dazu auffordert." Auch der Spitzenpolitiker der oppositionellen Linksdemokraten, Luciano Violante, meinte, die Regierung dürfe sich dem Ultimatum der Entführer nicht beugen.
Familie sendet Videoappell
Die Familie des im Irak entführten italienischen Journalisten Enzo Baldoni hat mit einem Videoappell für die Freilassung ihres Angehörigen plädiert. Der von Baldonis Kindern Gabriella (24) und Guido (21) verlesene Appell wurde von Italiens öffentlich-rechtlicher TV-Anstalt RAI und vom arabischen TV-Sender Al Jazeera gesendet.
(apa)
