Explosion im türkischen Touristenort Antalya: Ein Toter, ein 14-Jähriger verletzt
- Detonation im Hafengebiet: Ursache noch unklar
- Polizei prüft terroristischen Hintergrund
Bei einer Explosion im Yachthafen der südtürkischen Touristenstadt Antalya ist am Montag ein 14-jähriger Jugendlicher getötet worden. Ein gleichaltriger Schulkamerad mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Ursache der Explosion war zunächst unbekannt. Die Ermittlungen der Polizei richteten sich auch auf die Möglichkeit eines Terroranschlags, meldete der Nachrichtensender CNN-Türk. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden.
Der stellvertretende örtliche Polizeichef Mujdat Özcan bestätigte allerdings, dass die Möglichkeit eines terroristischen Hintergrunds überprüft werde, sagte Özcan. Ein Lokalreporter erklärte dagegen, die Explosion sei von Sprengstoff ausgelöst worden, wie ihn türkische Fischer verwendeten.
Es könnte sein, dass die Jugendlichen Dynamit zum Fischen bei sich hatten, obwohl dies in der Türkei verboten ist. Augenzeugen berichteten, die beiden Buben seien zum Angeln in den Hafen gegangen. Die Behörden der Stadt bedauerten, dass es ausgerechnet in der Hochsaison zu der Explosion kam. Allein im Urlaubsgebiet von Antalya wird dieses Jahr mit einem Rekord von sechs Millionen Touristen gerechnet.
Seit einigen Wochen kommt es in der Türkei wieder vermehrt zu Anschlägen und Angriffen kurdischer Extremisten. Anfang Juni hatte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die sich jetzt Kongra-Gel ("Kurdischer Volkskongress") nennt, ihre Waffenruhe für beendet erklärt und auch Touristen vor Reisen in die Türkei gewarnt. In einem Feriengebiet bei Izmir an der Ägäis waren jüngst zwei Kurden mit einem Kilogramm Sprengstoff festgenommen worden. Gegen einen erging am Montag Haftbefehl. (apa)
