Sonntag, 29. August 2004

Harmonisierung für alle: Haupt gegen
"Pensions-Extrawürste" für Politiker!

  • Minister: "Es gibt zu viele Gastarbeiter in Österreich"
  • PLUS: FPÖ beharrt weiter auf Schwerarbeiterregelung

Sozialminister Haupt will in die Pensionsharmonisierung auch Politiker mit einbeziehen. Für Politiker, die jünger als 55 Jahre alt sind, dürfe es "keine Extrawürste" geben. Denn: Die geplante Harmonisierung der Pensionen bedeute, dass "alle Berufsgruppen zum selben Zeitpunkt" erfasst werden. Derzeit hätten Politiker nach wie vor Privilegien.

Politiker-Privilegien im Pensionsbereich sind für Haupt eine "unselige Regelung", der die FPÖ seinerzeit als einzige Partei nicht zugestimmt habe. Diese Vereinbarung müsste den Urhebern "heute noch die Schamesröte ins Gesicht treiben. Wir wollen faire Verhältnisse, Politiker werden im normalen Gesetzesentwurf enthalten sein", so Haupt.

Verärgert ist der Sozialminister darüber, dass Landes- und Gemeindebedienstete von der Pensionsharmonisierung ausgenommen sind. "Da haben die Sozialpartner nicht mitgemacht. Aber der breite Druck der Öffentlichkeit wird dafür sorgen, dass auch diese Privilegien fallen", meint er. Und er übt schwere Kritik an der Bundeshauptstadt: "Wien gibt Gemeindebediensteten Privilegien auf Jahrzehnte. Diese Haltung der SPÖ ist zu durchleuchten, das ist zu hinterfragen. Denn Harmonisierung mit Privilegien für Beamte ist eine Chuzpe, eine Missachtung des ASVG-Bereiches."

Kritik, er würde sich in der Pensionsfrage von Bundeskanzler Schüssel über den Tisch ziehen lassen, kommentiert Haupt amüsiert: "Das glaub' ich nicht. Ich darf nur daran erinnern, dass es beim Tierschutzgesetz die gleiche Behauptung gegeben hat. Und in der Realität hat sich gezeigt, dass sich die FPÖ durchgesetzt hat".

"Es gibt zu viele Gastarbeiter in Österreich"
Restriktive Abkommen will Haupt für ausländische Arbeitskräfte. "Es gibt zu viele Gastarbeiter in Österreich, das sieht man an den Arbeitslosenzahlen." Deshalb ist Haupt für Einschränkungen: "Ich sehe das wie die Sozialpartner: Bevor man weitere Gastarbeiter aufnimmt, sollte man abwarten, bis alle in Österreich befindlichen Arbeit haben", betonte Haupt. (apa)

29.8.2004 09:15