Samstag, 28. August 2004

ÖBB-Tauerntunnel wurde modernisiert: Bahn investierte 61 Millionen Euro!

  • Schienenstränge verlaufen voneinander unabhängig

Der Tauerntunnel zwischen Böckstein im Gasteinertal und Mallnitz in Kärnten wurde in den vergangenen drei Jahren modernisiert. Am Samstag fand in Böckstein der offizielle Festakt zur Fertigstellung der Sanierung statt. Die ÖBB haben in die Modernisierung der Tauernschleuse 61 Mio. Euro investiert, teilte das Unternehmen mit.

Die 8.371 Meter lange Tauerntunnel gilt als einer der am stärksten befahrenen Bahntunnel Europas und ist eine wichtige Verbindung für Autofahrer, die der Tauernautobahn ausweichen wollen. Ziel der Baumaßnahmen war die Erhöhung der Sicherheit im Tunnel sowie ein modernerer und schnellerer Bahnbetrieb.

So wurden die Kommunikationsmöglichkeiten im Tunnel verbessert, Fluchtwege mit Orientierungsbeleuchtung geschaffen und eine fixe Löschwasserleitung integriert. Vor den Tunnelportalen wurden hubschraubergerechte Rettungsplätze errichtet. Um die Tunnelsicherheit zu erhöhen, gibt es im Tunnel keine einzige Weiche mehr. Die Schienenstränge verlaufen voneinander unabhängig.

Ein neues High-Tech-Stellwerk, das seit dem Sommer 2002 in Betrieb ist, wird von Mallnitz aus ferngesteuert bedient. Insgesamt wurden im Tunnel 300 Kilometer Kabel neu verlegt. Um die Einfahrtgeschwindigkeit in den Tunnel zu erhöhen, mussten die Gleisanlagen im Bahnhofsbereich Böckstein neu verlegt werden. Konnte der Zug früher "nur" mit 60 km/h in den Tunnel einfahren, werden nun Geschwindigkeiten von 100 km/h erreicht.

Der neue Eisenbahntunnel sei durch die neue Betriebsqualität und höhere Leistungsfähigkeit der Schiene eine wirkliche Alternative, sagte Straßenbaulandesrat Blachfellner (S) bei der Eröffnung. Dadurch vermindere sich auch der Lkw-Verkehr auf den Straßen, was wiederum weniger Lärm für die Bevölkerung bedeute, erklärte Blachfellner. (apa)

28.8.2004 13:40