Freitag, 27. August 2004

Umfrage-Ergebnis: Mehrheit der Österreicher für biometrischen Reisepass

  • 56% stehen Thematik "eher positiv" gegnüber

Die international so heftig und kontrovers geführte Diskussion um die Einführung biometrischer Daten in Reisepässen regt in Österreich offenbar weniger Menschen auf, als man meinen möchte: 56 Prozent der Bevölkerung bewertet die Einführung von solchen persönlichen Daten, u.a. digitale Fingerabdrücke, "eher positiv".

Zu diesem Ergebnis kommt eine im Juli durchgeführte repräsentative Umfrage von Fessel-GfK (1.000 Befragungen), die eigens für das Europäische Forum Alpbach durchgeführt wurde. "Das ist doch ein überraschend hoher Wert, mit dem ich so nicht gerechnet habe", erklärte Fessel-GfK-Geschäftsführer Rudolf Bretschneider am Freitag in Alpbach im Gespräch mit Journalisten.

Im Vergleich dazu: Nur 15 Prozent sehen die potenzielle Einführung biometrischer Daten "eher negativ", der Rest hatte dazu keine Meinung (18 Prozent) oder gab überhaupt keine Angaben (11 Prozent).

Bretschneider interpretierte diese hohe Bereitschaft mit einem ausgeprägten Sicherheitsdenken, das sich spätestens seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 manifestiere. Ebenfalls gegen alle Erwartungen fiel das Ergebnis bei der Alterskorrelation aus: Während ältere Menschen mit der Erhebung ihrer Biometrie-Daten eher keine Probleme hätte, zeigten sich gerade die Jüngeren skeptisch, v.a. bezüglich Missbrauchsmöglichkeiten.

Ein großer Teil der Befragten glaubt zudem, dass besonders die Unterschrift (52 Prozent) und das Passfoto (46 Prozent) besonders leicht fälschbar seien, Fingerabdrücke (fünf Prozent) hingegen nur sehr schwer. Diese Auffassung wird von Experten in diesem Ausmaß allerdings nicht bestätigt. (apa)

27.8.2004 17:25