Bundespräsident Fischer zu Tschechien: Nicht in Vergangenheit schauen!
- Keine aktuelle Frage ausschließen
- Aber "Bundesregierung ist für Temelin zuständig"
Anlässlich seines Besuchs in Tschechien hat sich Bundespräsident Heinz Fischer dafür ausgesprochen "nicht in die Vergangenheit zu schauen". "Nach dem EU-Beitritt Tschechiens müssen wir ein neues Kapitel aufschlagen - zum Wohl der Menschen in beiden Ländern", sagte Fischer in einem Interview in Bezug auf die zwischen Wien und Prag strittigen Themen Benes-Dekrete und Atomkraft.
"Mit Tschechien haben wir auf Grund der Geschichte besonders viele Berührungspunkte. Ich vertraue auf Fairness", betonte Fischer. Zum Thema AKW Temelin sagte der Bundespräsident, er werde "keine aktuellen Fragen von den Gesprächen ausschließen". Das Atomkraftwerk Temelin oder die Einhaltung des Melker Abkommens seien jedoch Sache der Bundesregierung. "Da bin ich nicht der Richtige", so Fischer zum "Kurier".
Gefragt nach persönlichen Bindungen zum Nachbarland sagte Fischer, sein
Vater habe tschechisch "wie seine Muttersprache" gesprochen. Sein Großvater habe beruflich zehn Jahre in Mähren verbracht, wo er in einer Glasfabrik als Buchhalter tätig war. "Ich spreche kein Tschechisch - leider", bedauerte der Bundespräsident. (apa)
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