Rätselhafter Mordfall in der Nähe von Linz: War Opfer ein Lkw-Fahrer?
- Schlüssel gefunden - Suche nach Fahrzeug läuft
- Die Identität des Toten ist nach wie vor völlig unklar
Bei dem Toten, der Montagnachmittag auf einem Parkplatz an der A1, der Westautobahn gefunden wurde, könnte es sich um das Opfer eines Lkw-Raubes handeln. Nahe der Leiche haben die Kriminalisten einen Lkw-Schlüssel, passend zu einem mehr als sieben Tonnen schweren Saab-Scania-Truck gefunden, bestätigte die Linzer Kriminalpolizei am Mittwoch.
Sollte das Fahrzeug tatsächlich geraubt worden sein, muss der Truck irgendwo abgängig sein. Eine europaweite Suche läuft. Dabei könnte auch das Mautsystem hilfreich sein.
Mehr als 375.000 Lastwagen haben so genannte Go-Boxen installiert. Dadurch kann festgestellt werden, wann ein Fahrzeug einen bestimmten Kontrollpunkt passiert hat und wie lange es zwischen den einzelnen "Go-Boxen" unterwegs war. Die Kriminalpolizei sucht nun europaweit nach abgängigen Lkw der Marke "Saab Scania". Es könnte allerdings sein, dass der Eigentümer noch keine Anzeige erstattet hat.
"Sollte der Mann erst vor wenigen Tagen in der Ukraine weg gefahren sein, so könnte das Transportunternehmen noch gar nicht bemerkt haben, dass Lkw samt Fahrer verschwunden sind", nannte Christian Grufeneder von der Kriminalpolizei Linz im APA-Gespräch ein Beispiel. Der Lkw-Schlüssel sei derzeit die "einzige echte Spur". Zwar wurde auch ein Handtuch mit möglichen Blutspuren gefunden, ob ein Zusammenhang besteht, war allerdings am Mittwoch noch unklar.
Auf der Suche nach Brombeeren hatten zwei Frauen die Leiche am Montag in einem Gebüsch entdeckt. Das etwa 30 bis 40 Jahre alte Mordopfer dürfte dort schon seit etwa 48 Stunden gelegen haben. Der Regen hatte die meisten Spuren bereits beseitigt.
Die Identität des Toten konnte auch am Mittwoch nicht geklärt werden. Bei dem Mann, der südländisches Aussehen hatte, fanden die Kriminalisten keine Dokumente. Bei der Leiche wurde neben dem Lkw-Schlüssel auch ein Springmesser, ein Ring sowie 190 Euro Bargeld gefunden. Das Opfer dürfte seinen Mörder gekannt haben. Der Mann wurde von hinten erschossen, vermutlich aus geringer Distanz. Die Waffe war dabei aber nicht am Kopf angesetzt.
"Wir haben weder eine Stanzmarke noch eine Schmauchspur gefunden", so Grufeneder. Das Projektil vom Kaliber "7 Millimeter aufwärts" - es durchschlug den Hinterkopf und trat im Bereich der linken Augenbraue wieder aus - konnte von der Spurensicherung nicht gefunden werden. (apa)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
