Dienstag, 24. August 2004

Regierung will 500 zusätzliche Lehrplätze für behinderte Jugendliche schaffen

  • Mit "Lehre ohne Barriere" soll Wirtschaft motiviert werden

500 zusätzliche Lehr-Ausbildungsplätze für behinderte Jugendliche wollen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Sozialminister Herbert Haupt schaffen. Dieses "ambitionierte" Ziel solle mit einer breit angelegten Informationskampagne "Lehre ohne Barriere" erreicht werden, meinten die beiden am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Derzeit werden in Österreich 1.656 behinderte Jugendliche im Rahmen der "integrativen Berufsausbildung" ausgebildet.

Die integrative Berufsausbildung ist seit September 2003 im Berufsausbildungsgesetz verankert und soll Jugendliche in den Arbeitsmarkt integrieren. Zielgruppe sind Menschen, die am Ende der Pflichtschule sonderpädagogischen Förderbedarf hatten sowie keinen positiven Hauptschulabschluss oder Behinderungen im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes aufweisen.

Assistent begleitet Jugendlichen
Mittels Jobcoaching wolle man die Eingliederung in die Arbeitswelt für geistig, mehrfach behinderte Menschen erreichen, so Minister Haupt. Es handelt sich dabei um zwei integrative Ausbildungsmodelle: entweder wird die Lehrzeit verlängert (um bis zu zwei Jahre) oder eine Teilqualifizierung angeboten. Der Jugendliche wird während der gesamten Ausbildungszeit von einem Assistenten begleitet. Mit der Info-Kampagne versucht man die Wirtschaft zu motivieren, mehr integrative Lehrplätze zu schaffen. In den Mittelpunkt wolle man "Best-Practice-Beispiele" stellen um zur Sensibilisierung für die Probleme von behinderten Menschen beizutragen. Das Bundessozialamt in Graz betreut die gebührenfreie Info-Hotline 0800 211 205.

Unterstützung vom ORF zugesichert
Die Kampagne wird auch von den Sozialpartnern und verschiedenen Medien unterstützt. Jörg Ruminak vom ORF kündigte an, nicht nur eine Spot-Kampagne durchzuführen, sondern die Aktion in verschiedenen Sendeformaten redaktionell zu begleiten. ÖVP-Behindertensprecher Franz-Joseph Huainigg hat die Kampagnen-Ausarbeitung federführend begleitet. "Es gibt viele Beispiele, wo behinderte Menschen engagiert arbeiten", hofft er auf den Erfolg der Initiative.

Rückläufige Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit bei behinderten Jugendlichen sei rückläufig, bilanziert Bartenstein ein jahr integrative Berufsausbildung. Mit Ende Juli gebe es einen Rückgang von 6,9 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. Österreichweit zählt man derzeit 1.656 Ausbildungsplätze. 723 Jugendliche werden in regulären Lehrverhältnissen, 933 im Rahmen von Lehrgängen ausgebildet. (apa)

24.8.2004 13:37