Mord auf offener Straße in Graz: Frauenmord geklärt - Täter geständig!
- 59-Jähriger stellte sich nach Flucht in der Obersteiermark - Streit aus nichtigem Anlass als Auslöser
Der Mord auf offener Straße in Graz von Sonntagnacht ist geklärt: Jener 59-jährige Grazer, der der Tat dringend verdächtigt worden war, hat sich der Exekutive gestellt und die Tat gestanden. Auslöser sei ein nichtiger Streit gewesen, hieß es nach den ersten Einvernahmen am Mittwoch von der Grazer Kriminalpolizei.
Der 59-Jährige Malermeister Albin R. hatte Dienstagnachmittag beim Bezirksgendarmeriekommando Murau gemeldet: "Ich bin der gesuchte Straftäter von Graz, kommt mich holen", sagte er - und fügte hinzu, dass er unbewaffnet sei. Eine Patrouille des Postens Oberwölz holte den 59-Jährigen, der in Schönberg-Lachtal auf einer Bank saß, ab. Hierher war er nach dem Mord an seiner Lebensgefährin Adelheit H. (53) geflüchtet, weil er in der Gegend einmal auf Urlaub gewesen war. Außerdem habe er im Autoradio gehört, dass bereits nach ihm gefahndet wurde, erklärte er bei der Einvernahme.
Albin R. ließ sich widerstandslos festnehmen. Die Mordwaffe, einen Revolver, hatte er noch bei sich. Geladen war er mit einer Patrone. Damit wollte er sich zunächst selbst richten, wie auch aus einem gefundenen Abschiedbrief hervorgeht. Letztendlich dürfte ihm der Mut gefehlt haben, so der erhebende Kriminalbeamte.
Als Motiv gab R. an, es habe einen Streit um eine Lappalie gegeben. Das spätere Mordopfer habe ihre Sachen gepackt und seine Wohnung verlassen. "Er hat geahnt, dass sie für immer gehen würde und wollte sie zu um jeden Preis zurückhalten", berichtet der erhebende Beamte von den Aussagen. Auf dem Gehsteig nahe dem abgestellten Auto der Frau habe es ein Gerangel gegeben, der erste Schuss habe sich versehentlich gelöst. Die weiteren vier Schüsse waren gezielt. "Ich weiß, ich habe ein Leben ausgelöscht", schrieb er später in seinem Abschiedbrief, als er zunächst planlos umherfuhr.
Die Waffe, mit der die tödlichen Schüsse abgefeuert wurden, besaß der 59-Jährige illegal. Laut Kripo sind die Einvernahmen weitgehend abgeschlossen. Möglicherweise werde es noch einen Lokalaugenschein geben. Dann wird der Täter in U-Haft genommen und in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. (apa)
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